Hirschlederhose - weich und robust zugleich

Mit der Hirschlederhose haben Sie einen lebenslangen und bequemen Begleiter.


„Geschlechter kommen, Geschlechter gehen, hirschlederne Reithosen bleiben bestehen.“ - Wie der Ausspruch von Börries von Münchhausen schon besagt, die Hirschlederhose ist eine Anschaffung für das Leben. Wie robust und widerstandsfähig das Material aus Hirschleder ist, zeigt die Verwendung als Reithose. Selbstverständlich gibt es die langlebigen Beinkleider nicht nur in der Reitbekleidung, sondern auch für jeden anderen Anlass.

Trachten für Generationen
Sehr beliebt und bekannt sind die Hirschlederhosen als Trachten in Form von Kniebundhosen. Sie sind nicht zu salopp und man kann sie zum Oktoberfest wie auch bei Bergwanderungen tragen. Verschiedene Farben und Details lassen die Hirschlederhose zudem zu einem modernen Kleidungsstück werden, welches sich aufgrund des bequemen Tragekomforts schnell zur Lieblingshose entwickeln kann.

Herstellung des Wildleders
Besonderes Merkmal der Hirschlederhose ist die Art der Herstellung. Von der Rohhaut bis zum fertigen Leder durchläuft das Material ein äußerst aufwendiges sowie langwieriges Gerbverfahren. Nach Art der altsämischen Gerbung dauert das Verfahren, im Gegensatz zur industriellen Gerbung, etwa ein Jahr. Zunächst werden hierbei die Rohstoffe in Salz eingelegt und getrocknet. Danach kommen sie in den Äscher, einer Grube, die mit Kalkbrühe gefüllt ist. Dort quellen die Tierhäute einige Wochen, bis sie zur Enthaarung entnommen werden können. Weitere Wochen im Äscher lösen das Narben- sowie Unterhautbindegewebe. Je länger die Häute dort einlagern, desto weicher werden sie am Ende. Nun folgt das Wässern um den Kalk auszuspülen. Anschließend beginnt das Abwälken, um der Hirschhaut das aufgesaugte Wasser wieder zu entziehen. Bis dahin dauert das Verfahren schon drei Monate bis nun das eigentliche Gerben anfängt. Das Spezielle an der sämischen Gerbung ist die Verwendung des Dorschtrans. Dieser wird dem Rohstoff eingewalkt. Abwechselnd wird er an der Luft getrocknet und dann wieder gewalkt bis er am Ende der Prozedur im Sodabad gespült wird. Es folgen Feinarbeiten wie das Einfärben, Schleifen und Polieren bis eines der hochwertigsten Leder entstanden ist.
In der modernen Herstellung werden die Häute mit tierischen, mineralischen oder pflanzlichen Gerbstoffen behandelt und dadurch haltbar gemacht. Diese Herstellungsarten sind natürlich wesentlich einfacher und schneller.

Umgang mit Lederbekleidung
Sollten Sie sich für eine Hirschlederhose entschieden haben, müssen Sie ebenfalls einige Hinweise im Umgang mit dieser beachten. Altsämisch gegerbte Hirschlederhosen sind zwar waschbar, aber sie sollten aber nicht zu oft und dann im schonenden Wollwaschgang kalt gewaschen werden. Anschließend ziehen Sie das Kleidungsstück in seine Form und trocknen es langsam an einem kalten Ort. Wenn Sie es dann von Hand etwas kneten, wird es wieder ganz weich. Wichtig bei Ledersachen ist eine regelmäßige Lüftung. Sollten Sie sich lieber dafür entscheiden, das gute Stück in die Reinigung zu geben, dann achten Sie auf das RAL-Gütezeichen für Lederreinigungen.