Hirtentäschel - das Kraut gegen Blutungen

Man hält das Hirtentäschel unauffällige Pflänzchen am Wegesrand zwar meist für bloßes Unkraut. Doch es hat so einiges als Heilkraut drauf!


Das kleine und bescheidene Hirtentäschel mit dem botanischen Namen Capsella bursa pastoris, wächst meistens eher an unauffälligen Plätzen und sieht auch sonst recht unspektakulär aus. Das kleine Kraut wird höchstens 40 Zentimeter groß und besitzt schmale längliche Grundblätter mit dreieckigen Enden. An der Stengelspitze hat das Hirtentäschelkraut eine Ansammlung kleiner weißer Blüten. In ganz Europa ist es weit verbreitet und besonders auf Äckern und Gärten zu finden.

Das Heilkraut für Frauen
Besonders für Frauen und Frauenleiden hat das Hirtentäschel viele gute heilende Eigenschaften. Eine herausragende Fähigkeit dieses Krautes ist, dass es blutungsstillend wirkt. Dies liegt an der Kombination der Wirkstoffe, nämlich an den biogenen Aminen, zu denen Acetylcholin und Tyramin gehören, an den Flavonoiden und Gerbstoffen. Außerdem enthält das Heilkraut viel Kalium und Kalzium. In der Frauenheilkunde wird es daher gerade bei Menstruationsblutungen angewendet, die zu lange, zu stark oder zu häufig kommen. Auch nach einer Geburt wird es gerne verwendet, da es die Rückbildung der Gebärmutter bestens unterstützt. Es hilft auch bei der Behandlung von Endometriose. Bei dieser chronischen Erkrankung kommt Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter vor. Diese Zysten sind zwar gutartig, dafür aber auch schmerzhaft und können Kinderlosigkeit verursachen.

Anwendung als Menstruation unterstützenden Trunk
Ein Beispiel für die Anwendung bei starken Menstruationsblutungen ist der Hirtentäschel Tee. Man beginnt am besten schon acht bis zehn Tage vor der Periode damit täglich vier Tassen von diesem Kräutertee zu trinken. Pro Tasse überbrüht man einen gehäuften Teelöffel aus Blättern, Blüten oder Wurzelstücken des Hirtentäschels.

Bei Verletzungen und Hämorrhoiden
Auch bei anderen kleineren Verletzungen, wie Nasenbluten, kann man es unterstützend einsetzen. Dazu kocht man einen starken Sud auf einen Viertelliter Wasser. Man verwendet etwa vier Teelöffel frisches oder zwei Teelöffel getrocknetes Heilkraut und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend taucht man einen Wattebausch hinein und steckt ihn in das entsprechende Nasenloch. Bei anderen blutenden Verletzungen kann man einen Umschlag aus Hirtentäschelbrei darauf legen. Dazu zerkleinert man die Pflanze mit einem Mörser oder Mixer. Den Brei fixiert man anschließend mit einer Mullbinde auf der Wunde.
Wer von Hämorrhoiden geplagt ist, wird ein Bad oder eine Waschung mit Hirtentäschelkraut als angenehm empfinden. Es stillt den Juckreiz und eventuelle Blutungen.

Gut für Herz und Kreislauf!
Menschen mit Herz und Kreislaufproblemen, vor allem ältere Menschen, können diese Naturmedizin anwenden um den Blutdruck auszugleichen und einen verrückt spielenden Kreislauf zu beruhigen. Es ist allerdings nur bei schwachen Blutdruckschwankungen wirksam. Man kocht wiederum einen Tee aus dem Kraut und trinkt solange täglich zwei Tassen, bis sich der Blutdruck normalisiert hat. Für den Tee werden zwei Teelöffeln getrocknetes (oder vier Teelöffel frisches) Kraut mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergossen und zehn Minuten drin gelassen. Anschließend kann man nach dem Absieben den Tee genießen.