Hirtentäschel: Das unauffällige Unkraut

Im Garten gilt das Hirtentäschel eigentlich als Heilpflanze bekannte Gewächs häufig als unerwünschtes Unkraut.


Hirtentäschel haben es nicht leicht. Früher waren sie äußerst beliebte und gefragte Heilpflanzen und heute werden sie in der Regel als bloßes Unkraut abgetan und sogar vernichtet. Viele werden dieses Kräutlein gar nicht bewusst wahrnehmen und im wahrsten Sinne des Wortes übersehen. Es sieht auch wahrlich nicht spektakulär, wenn auch sehr fein und zierlich aus. Mit einer Größe von 40 bis 50 Zentimeter überragt es gewöhnliches Gras zwar, jedoch ist es zu zierlich und schmal um wirklich ins Auge zu fallen. Das auffälligste an ihm sind noch die dreieckigen kleinen Blattspitzen am Ende der sehr schmalen länglichen Blätter. Die Pflanzenspitze ziert eine Ansammlung winziger weißer Blüten und herzförmiger Schoten, welche die Frucht darstellen.

Weitverbreitet auf europäischen Äckern
Das Hirtentäschelkraut, beziehungsweise das echte Hirtentäschel, ist in ganz Europa und verstärkt in Österreich verbreitet. Man findet es auf Äckern, an Wegesrändern und ganz besonders gerne in Gärten, wenn es da auch eher unbeliebt ist. Unter den Wildkräutern zählt es zu den hartnäckigsten, da es innerhalb eines Jahres ganz vier Generationen hervorbringen kann. Dies ist für den Arterhalt aber auch nötig, da es sich nur um eine einjährige, manchmal zweijährige Pflanze handelt. Wenn die Bedingungen gut sind, blüht dieses Kraut sogar das ganze Jahr über. Den Namen hat es von den dreieckigen Blattspitzen, deren Form den Taschen von Schafhirten ähnelt. Es ist aber auch unter einer Menge anderer volkstümlicher Namen bekannt. Dazu gehören Taschenkraut, Schneiderbeutel, Herzkraut oder Schinkenkraut.

Viel verwendet in der Naturheilkunde
In der Naturheilkunde hat sich das Hirtentäschl einen großen Namen gemacht. Es wurde nämlich schon immer traditionell zur Behandlung von Frauenleiden verwendet, da man es als blutungsstillend kennt. Auch für Herzprobleme oder wenn der Kreislauf aus dem Gleichgewicht ist, wurde das Hirtentäschl verwendet. Man konnte jedoch schulmedizinisch nicht wirklich nachweisen, ob es tatsächlich eine blutstillende Eigenschaften hat, wenn es beispielsweise als Tee zu sich genommen wurde.

Das Unkraut entfernen
Wenn das Hirtentäschel im Garten spriest und sich zwischen den liebevoll gepflegten Zierpflanzen ausbreitet, muss es wohl oder übel entfernt werden. Das ist zum Glück bei diesem Kraut recht unproblematisch. Ein einfaches Herausziehen genügt. Wenn man es verpasst hat das Hirtentäschel schon vor dem ersten Blühen aus dem Garten zu entfernen, hat es wahrscheinlich schon genügend Samen verbreitet, sodass man sich mindestens noch in weiteres Mal die Arbeit machen muss.