Hochdeutsch lernen - Sprecherziehung bei anderen Dialekten

Hochdeutsch lernen zur Steigerung der Chancen auf dem Arbeitsmarkt und als sprachliche Ergänzung für Kinder.


Ist die zuerst erworbene Sprache eines Kindes ein regionaler Dialekt, so kann dies durchaus als Vorteil gesehen werden. Erlebnisse können beispielsweise in einer Mundart gefühlvoller und vielschichtiger vermittelt werden, schon weil eine größere Anzahl an Wörtern zur Verfügung steht. Und in manchen Situationen kann eine dialektgefärbte Sprachweise sehr sympathisch wirken.

Hochdeutsch lernen als Notwendigkeit
Die deutsche Schrift entspricht der Hochsprache und daher ist die Beherrschung von Hochdeutsch eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Außerdem muss jeder, der später im Beruf ernst genommen werden möchte, Hochdeutsch lernen und sicher anwenden können.

Hochdeutsch lernen im Vorschulalter
Kinder beginnen etwa im dritten Lebensjahr damit, die grammatikalischen Strukturen ihrer Muttersprache zu begreifen und praktisch umzusetzen. Im Wesentlichen abgeschlossen ist dieser Prozess dann im Alter von sechs Jahren. Damit eventuelle strukturelle Unterschiede zwischen Dialekt und Hochsprache nicht in den kindlichen Sprachaufbau des Hochdeutschen einfließen, sollten sie so früh wie möglich Hochdeutsch neben dem Dialekt sprechen lernen.  Daher ist die Kindergartenzeit besonders geeignet, das Hochdeutsch lernen systematisch zu unterstützen – nicht anstelle des muttersprachlichen Dialekts, sondern ergänzend dazu.

Möglichkeiten zum Erlernen von Hochdeutsch
Wenn Erwachsene - zum Beispiel die Erzieherinnen einer Kindertagesstätte - den Kindern möglichst häufig akzentfrei vorlesen, mit ihnen Stücke in Hochdeutsch einüben oder entsprechende Lieder singen, wird die Beherrschung des Hochdeutschen eine Selbstverständlichkeit, die von den Kindern fast unbemerkt aufgegriffen wird. Besonders wichtig ist dabei, dass bei ihnen nicht etwa der Eindruck entsteht, Dialekt zu sprechen wäre „falsch“ oder „schlecht“. Die Kinder sollten vielmehr einerseits ihre sprachliche Unbefangenheit nicht verlieren, andererseits aber je nach Sprechanlass unterscheiden lernen, wo und wie eher die Mundart und bei welchen Anlässen die Hochsprache das geeignete Mittel der Kommunikation ist.