Es beginnt oft mit dem Gefühl, dass das Gehör nicht mehr so gut ist, wie es einmal war. Plötzlich müssen Mitmenschen Sätze wiederholen, die man akustisch nicht verstanden hat. Manchmal beschweren sich andere auch über die Lautstärke eines Radios oder Fernsehers; man selbst aber empfindet diese als gerade richtig. In solchen Fällen ist es wahrscheinlich, dass ein Hörverlust stattgefunden hat. Hörgeräte können helfen.
Es dient dazu, das Verstehen gerade von Sprache zu verbessern, in dem es die Funktionen des Gehörs unterstützt. Bei Kindern wird bei Verdacht auf Hörverlust ein Hörscreening durchgeführt. Das ist oft unmittelbar nach der Geburt der Fall. Auch eine Verzögerung der Sprachentwicklung kann einen Hörverlust als Ursache haben, der dann durch einen Verhaltenshörtests festgestellt werden kann.
Hörgeräte unterscheiden sich je nach Bauweise und Technologie. Man unterscheidet zwischen folgenden Modellen:
Im-Ohr-Modelle
Diese Geräte können unauffällig im Ohr getragen werden und decken leichte bis mittlere Hörverlust-Grade ab. Einige Modelle sind so klein, dass sie vollständig im Gehörgang getragen werden können. Sie sind somit praktisch unsichtbar. Solche Geräte werden unter der Bezeichnung CIC (Completely-in-Canal) angeboten.
Hinter-dem-Ohr-Modelle
Die Geräte sind leistungsstark und vielseitig. Sie werden hinter dem Ohr getragen. Eingesetzt werden sie für alle Hörverlust Grade von leicht bis stark. Bei starken Hörverlusten oder einem besonderen Bedürfnis nach der Unterdrückung von Störgeräuschen sind diese Geräte die beste Wahl.
Des Weiteren wird zwischen digitalen, digital programmierbaren und analogen Geräten unterschieden. Es gibt Modelle mit oder ohne Fernsteuerung und sogar solche mit integriertem FM-Empfänger. Der Hörgeräte-Akustiker wird bei der ersten Sitzung die Diagnose stellen, anschließend wird das richtige Modell gewählt. Dabei werden der Grad des Hörverlusts, die Form der Gehörgänge, besondere akustische Bedürfnisse, finanzielles Budget und natürlich auch der Geschmack berücksichtigt.
Eine zweite Sitzung ist nötig, um das Gerät optimal an seinen Träger anzupassen. Das gewählte Modell wird direkt in die Ohren eingesetzt und anschließend individuell eingestellt: Dabei wird das Gerät auf Hörverlust und Hörvorlieben abgestimmt. Zusätzlich wird der Hörgeräte-Akustiker über die Bedienung, Wartung und Reinigung der Geräte informieren.
Es dauert in der Regel einige Tage, bis man sich mit dem neuen Hörgerät vertraut gemacht hat. Die bisherigen Hörgewohnheiten führen oft dazu, dass Nebengeräusche anfangs störend wahrgenommen werden. Das Gerät sollte darum auch bei anfänglichen Irritationen regelmäßig in bekannter Umgebung getragen werden. Nach dieser Probezeit findet eine abschließende dritte Sitzung beim Hörgeräte-Akustiker statt, bei der die Feinanpassung des Geräts vorgenommen wird.