Bislang existierte kein Impfstoff, der gegen die Vogelgrippe Viren zugelassen ist. Sollte sich das Virus aber so verändern, dass es sich leicht von Mensch zu Mensch überträgt, wird die Weltgesundheits-organisation (WHO) Empfehlungen zur Impfstoffherstellung aussprechen.
Influenza-Schutzimpfung
Zwar ist man durch eine Impfung mit dem verfügbaren und für die aktuelle Saison angepassten Influenza-Impfstoff nicht vor einer H5N1-Infektion geschützt, aber eine solche Schutzimpfung kann die Diagnostik erleichtern. Durch die derzeit zirkulierenden menschlichen Influenzaviren besteht das Risiko bei einer zeitgleichen Infektion mit dem Vogelgrippevirus A/H5N1 die Gefahr einer Neukombination beider Viren und damit das Risiko der Entstehung eines von Mensch-zu-Mensch übertragbaren Virus. Deshalb kann für Personen, die in den betroffenen Regionen Kontakt zu Geflügel haben könnten, eine Influenza-Schutzimpfung mit dem aktuell zugelassenen Impfstoff erwogen werden. Allerdings bietet eine Influenza-Schutzimpfung erst nach etwa zwei Wochen den vollen Schutz.
Von den gegen Influenzaviren wirkenden Medikamenten sind nach bisherigen Untersuchungen nur die so genannten „Neuraminidase-Hemmer“ Oseltamivir (Tamiflu®) und Zanamivir (Relenza®) gegen das aktuelle Vogelgrippevirus H5N1 wirksam. Diese Erkenntnisse beruhen auf In-Vitro-Studien, Tierversuchen und der Anwendung bei einem bislang kleinen Personenkreis. Umfangreichere klinische Erfahrungen bei H5N1-Vogelgrippe-Kranken liegen jedoch noch nicht vor. Experten gehen aber von einer Wirksamkeit bei neuen pandemischen Influenzaviren aus, die aus dem Vogelgrippevirus hervorgehen könnten.
Hoffnung aus den USA
Hoffnung bei der Suche nach einem Impfstoff für den Fall, dass sich das Vogelgrippevirus mit menschlichen Influenzaviren verbindet und von Mensch zu Mensch verbreitet, geben amerikanische Wissenschaftler. Eigentlich dauert es rund ein halbes Jahr, bis nach dem Auftreten eines neuen Grippevirus ein Impfstoff entwickelt ist, da nach traditionellen Verfahren zuerst der Virenstamm isoliert werden muss und dieser in Milliarden befruchteter Hühnereier vermehrt, gereinigt und abgetötet wird.
Die US-Forscher dagegen benutzten in ihren Versuchen ein gentechnisch verändertes Schnupfenvirus, das den Stoff Hämagglutinin (H5HA) herstellt. Dieses Protein ist auch im Vogelgrippevirus enthalten. Nach einer Impfung mit H5HA waren Mäuse unempfindlich gegen das Vogelgrippevirus. Mit der neuen Methode ließen sich somit Impfstoffe also wesentlich schneller finden. Die Wissenschaftler Suryaprakash Sambhara und Kollegen von der amerikanischen Seuchenbehörde CDC stellten den experimentellen Impfstoff im britischen Ärztejournal "The Lancet" vor.
Umfassende Impfung gegen Grippe
Wissenschaftler der Universität Gent haben zudem ein neues Verfahren entwickelt, dass den Menschen lebenslang vor Grippenviren bewahren könnte. Dazu würde auch die Vogelgrippe gehören, falls sie auf den Menschen überspringen sollte. Der Impfstoff der belgischen Forscher wirkt gegen ein Protein, dass bei allen Grippeviren gleich ist und sich nicht verändert. Somit besteht eine universelle und lebenslange Wirkung. Zur Zeit muss gegen Grippeviren jedes Jahr ein neuer Impfstoff entwickelt werden, da sich die Proteine des Virus permanent ändern. In etwa fünf Jahren soll der Impfstoff so weit entwickelt und erprobt sein, dass die Produktion beginnen kann.