Brustkrebs ist die in Deutschland am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen.
Auch wenn die Sterblichkeitsrate deutlich sank, stieg die Häufigkeit in Europa innerhalb der letzten 20 Jahre stetig an.
Was sind die Ursachen für Brustkrebs? Wo liegen die Risiken?
Die meisten Brustkrebs-Fälle treten äußerst spontan auf, weshalb ihre eindeutigen Ursachen eher selten festgestellt werden können. Abgesehen vom vererbten Risiko, zum Beispiel in Familien mit gehäuftem Auftreten von Eierstock- oder Brustkrebs, können Gründe für die Krankheit wohl bei zahlreichen inneren und äußeren Einflüssen liegen. So steigt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mit dem Alter. Jüngere Frauen sind nur selten betroffen. Erst vom 40. und besonders vom 50. Lebensjahr steigt das Risiko deutlich an.
Auch wenn sich keine genauen Aussagen zu den Ursachen ergeben, konnten doch in großen Untersuchungen Faktoren entdeckt werden, die sich gehäuft in der Vorgeschichte von Brustkrebs-Patienten wiederfanden. Die Rolle der Hormone schien dabei oftmals bedeutend.
Ein frühes Auftreten der ersten Regelblutung und der späte Eintritt in die Wechseljahre verlängert beispielsweise die Zeit, in der das Brustgewebe von Hormonen beeinflusst wird, und erhöht so vermutlich das Brustkrebs-Risiko. Fehlende Schwangerschaften, späte erste Geburten und fehlende Stillzeiten beeinflussen die hormonelle Situation in eine ähnliche Richtung.
Frauen, die an Brustkrebs erkrankten, wiesen außerdem häufig Übergewicht oder regelmäßigen Alkoholkonsum auf, während sie vergleichsweise wenig Bewegung oder Sport trieben. Auch hier ließe sich wieder auf die Hormone verweisen, da es im Fettgewebe eine von den Eierstöcken unabhängige Hormonproduktion gibt.
Die Rolle der Vererbung scheint hingegen nach bisherigem Kenntnisstand eher überschätzt zu sein. Es sind bereits zwei Brustkrebs-Gene bekannt, und man weiß auch, dass sie das Brustkrebs Risiko deutlich steigern. Tatsächlich nachgewiesen sind diese aber nur bei fünf bis acht von hundert Brustkrebs-Patientinnen.
Für Frauen mit erhöhtem Brustkrebs Risiko existieren momentan keine besonderen Empfehlungen. Der Gang zur regelmäßigen Früherkennung und eine insgesamt gesunden Lebensweise bieten derzeit wohl den besten Schutz.