Hormontherapie in den Wechseljahren: Injektion

Manchmal wird bei der Hormontherapie während der Wechsejahre das Hormonpräparat auch ins Muskelgewebe gespritzt. Der Oberarm oder das Gesäß eignen sich hierfür besonders gut...


Es ist möglich, Hormone bei der Hormontherapie in den Wechseljahren in Gesäß- und Oberarmmuskel zu injizieren. Im Unterhautgewebe werden die Hormone gespeichert und die eingespritzten Östrogene treten kontinuierlich in die Blutbahn. Die Hormonspritze wird etwa alle vier Wochen gesetzt. Ein Problem stellt die Dosierung bei dieser Methode dar, eine einmal gespritzte Hormonmenge kann nicht, wie bei Salben und Sprays, entfernt werden. Erst nach einem Austesten mit anderen Darreichungsformen ist eine Hormonspritze zu empfehlen. Vorteil kann hier aber die langanhaltende Wirkung einer Hormonspritze sein.


Hormonspray für die Nase
Eine weitere Methode der Hormonzugabe lässt sich mit östrogenhaltigem Nasenspray erzielen. Hierbei ist nur die regelmäßige Anwendung erfolgreich. Zu Beginn kann es zu Kribbeln in der Nase kommen. Die Nasenschleimhäute transportieren die Hormone in die Blutbahn. Da diese Methode mindestens zwei Mal am Tag angewendet werden muss und in der Praxis gern mal vergessen wird, ist diese Darreichungsform nicht so benutzerfreundlich.
 
Empfehlungen für die Hormontherapie
Eine risikoarme, natürliche Hormontherapie ist durch verabreichte Östrogene und Progesteron in Gel oder Salbenform möglich. Denn unter bestimmten Umständen kann eine Hormontherapie sinnvoll sein. So zum Beispiel bei kurzfristig starken Symptomen, wie Hitzewallungen. Dabei sollten die Hormone so gering wie möglich dosiert werden. Auch die Dauer der Einnahme sollte vier Jahre nicht überschreiten. Die Hormontherapie bei wechseljahresbedingten Beschwerden soll nur bei individuellem Leidensdruck verschrieben werden.

Risikofaktoren müssen ausgeschlossen werden!
Bevor eine Frau sich einer Hormontherapie in den Wechseljahren unterzieht, müssen alle Risikofaktoren ausgeschlossen werden. Hierzu steht der Arzt in der Pflicht, seine Patientin über die Risiken aufzuklären und ihre Krankengeschichte, sowie die ihrer Familie genauestens zu prüfen. Zur Osteoporoseprophylaxe bei postmenopausalen Frauen ohne erhöhtes Osteoporoserisiko sollen Hormonpräparate nicht mehr verordnet werden. Bei gefährdeten Frauen muss über alternative Methoden nachgedacht werden. Wenn in der Familie bereits Thrombose-, Brust- oder Gebärmutterkrebs häufiger aufgetreten sind, wird der Arzt höchstwahrscheinlich von einer Hormontherapie abraten. Auch bei starkem Übergewicht wird eine Hormonsubstitution nicht sinnvoll sein. Für jede Frau muss eine individuelle Nutzen-Risiko-Relation aufgestellt werden.
 
Hormonpräparate bieten nur so lange Schutz, wie die Hormone auch eingenommen werden. Mit zunehmender Dauer der Einnahme steigen die gesundheitlichen Risiken. Bei mehr als fünf Jahren erhöht sich das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um 40 bis 50 Prozent. Hormone lösen zwar nicht direkt Krebs aus, aber sie lassen einen bereits vorhandenen Tumor schneller wachsen.