Hundebellen - Rechtslage

Zwar ist Hundebellen in einem Mietshaus mehr als nervend, doch sollte die Sache vorerst mit dem Tierhalter besprochen werden.


Dass das dauernde Hundebellen in Mietwohnungen nicht gerade angenehme Zeitgenossen darstellen, kann wohl jeder vermuten. Doch was darf sich der Nachbar gefallen lassen und was nicht?

Kein Vermerk zur Tierhaltung
Zuerst sollte allgemein geklärt werden, ob das Halten von Tieren laut Mietvertrag verboten ist oder nicht. Lässt sich im Mietvertrag nichts darüber finden, so heißt das jedoch nicht, dass Hunde erlaubt sind, denn es gilt lediglich der „vertragsgemäße Gebrauch“ der Mietsache, worunter beispielsweise Alltäglichkeiten wie die Waschmaschine gehören. Da dieser Fall gesetzlich nicht eindeutig definiert ist, gelten die Urteile der jeweiligen Gerichte, die sehr unterschiedlich ausfallen können.
Doch im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Haltung von Tieren in einer gewissen Anzahl zur normalen Lebensführung dazugehört, so lange keine abnorme Belästigung auftritt.

Generelles Verbot der Tierhaltung
Ist jedoch ein Tierhaltungsverbot im Mietvertrag vermerkt, so ist dies auch wirksam. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel, denn der Vermieter kann nur Hunde, Katzen oder exotische Tiere verbieten, jedoch keine Kleintiere. Ist von einem generellen Verbot die Regel, ist dies rechtswidrig und tritt somit in seiner Gesamtheit außer Kraft. Eine weitere Ausnahme besteht für bestimmte Hunderassen wie dem Yorkshire Terrier, da dieser aufgrund seiner Größe und seiner leisen Stimme, zu den Kleintieren zählt. Die Haltung von diesem Hund ist also genehmigungsfrei und kann auch nicht verboten werden.

Tierhaltung nach Genehmigung
Schreibt der Mietvertrag eine Tierhaltung nach Genehmigung vor, so ist die Zustimmung des Vermieters einzuholen.

Tierhaltungserlaubnis
Ist die Tierhaltung erlaubt, heißt dies jedoch keine absolute Freiheit. So gibt es eine Höchstzahl von Tieren, auch können Kampfhunde, sowie giftige Exoten verboten werden, da sie die Gesundheit der anderen Mieter gefährden.

Lärmpegelbestimmung durch verschiedene Gerichte
Als unzumutbare Störung ist ein Hundebellen von insgesamt 30 Minuten oder auch ein Dauergebell das mindestens 10 Minuten andauert, einzustufen. Diese Unzumutbarkeit darf aus diesem Grund nicht in den Zeiten von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 19 Uhr vorkommen.
Des Weiteren bedarf es keiner bestimmten Lautstärke. Bereits ein Wimmern oder Jaulen kann in Verbindung mit den obigen Fakten unzumutbar werden.
Ist ein störendes Bellen durch die Nachbarwohnung zu vernehmen, ist dies ein Grund für eine Mietminderung.
Ein nur kurzes Bellen, auch wenn es noch so laut ist, ist zulässig, da dem Tierhalter nicht auferlegt werden kann, dass er seinen Hund nur zu gewissen Zeiten das Bellen erlaubt. So ist das Anschlagen bei Besuch, das Verbellen von Fremden oder bei der Begrüßung zulässig und fällt unter artgerechte Reaktionen des Tieres. Trotzdem ist das kein Freischein für ein Gebelle. Der Tierhalter hat dafür zu sorgen dies bei Aufsicht zu unterbinden.

Erste Reaktion des entnervten Nachbarn
In erster Instanz gilt: Reden Sie mit Ihrem Nachbarn und weisen Sie ihn auf die Ruhestörung Seitens des Hundes hin. Die meisten zeigen sich einsichtig und versuchen dieses in Zukunft zu unterbinden. Des Weiteren ist mit einem höflichen Gespräch das Nachbarschaftsverhältnis weiterhin in Takt. Weist er die Lärmbelästigung jedoch zurück und zeigt er sich uneinsichtig, so informieren Sie den Vermieter. Je nach der im Vertrag stehenden Klausel vollzieht sich das Stoppen des Hundegebells schneller oder langsamer. Ist die Tierhaltung generell verboten, können Sie davon ausgehen, dass die Sache schnell vom Tisch ist. Ist die Tierhaltung jedoch erlaubt, kann die Sache bis vor das Gericht gehen und dauert demnach länger.