Hundebiss - was tun?

Ein Hundebiss bedarf immer einer schnellstmöglichen Behandlung, da sich bei 80 Proznt aller Hundebisse Bakterien nachweisen lassen.


Beißt ein Hund ein Tier oder einen Menschen und es entsteht eine Verletzung, so wird dies als Hundebiss bezeichnet. Das Statistische Bundesamt kam in den Jahren 1990 bis 2001 zu dem Ergebnis, dass in Deutschland pro Jahr ein bis sechs Menschen an einem Hundebiss sterben. Anhand einer Statistik aus Nordrhein-Westfalen gab es in dem Jahr 2001 insgesamt über 840 gemeldete Hundeangriffe auf Menschen mit Verletzungen und im Jahr 2004 waren es über 850 Beißvorfälle.

Ursachen und Vermeidung von Beißunfällen
Die wichtigste Ursache für einen Biss ist die Aggressivität des Hundes und die Lust zu jagen. Bei der Aggressivität wird zwischen der defensiven Aggression und der offensiven Aggression unterschieden, wobei die Hunde meist aus Angst aggressive Handlungen ausführen. Oftmals liegt es an einer fehlenden Sachkunde des Halters, einer falschen Auswahl der Zucht oder einer unzureichenden Sozialisation, dass ein Hund gefährlich wird. Zur Vermeidung eines Hundebisses sollte niemals ein fremder Hund ohne Besitzer gestreichelt werden, ein Hund darf nie von hinten angefasst werden und einen zurückweichenden Hund sollte man nicht bedrängen. Oftmals fühl sich ein Hund auch bedroht, wenn ihm längere Zeit in die Augen gesehen wird oder er angestarrt wird. Nachdem auch einige Hunde Interesse an Lebewesen haben, die sich bewegen, sollte man nie vor einem Hund davonrennen. Auch lautes Schreien sollte unterlassen werden, der Hund könnte irritiert werden und aggressiv reagieren. Polizisten etwa wird gelehrt, eine Schusswaffe zu gebrauchen, ein Pfefferspray einzusetzen oder dem Hund ein Beißobjekt anzubieten, um diesen auf Distanz zu halten.

Der Hundebiss und seine Folgen
Ein Hundebiss kann einen erheblichen Schaden anrichten, der Hund hat scherenartig ineinander greifende Reißzähne, spitze Fangzähne und eine kräftige Kaumuskulatur. Es können sogar Verletzungen an den Knochen und Gelenken und eine Zerreißung der Sehnen und Muskulatur vorkommen. Bei dem Biss besteht eine große Gefahr für Infektionen durch Bakterien, denn die Mundhöhle eines Hundes ist niemals steril. Alle hautdurchtrennenden Wunden erfordern eine ärztliche Untersuchung und der Hundebiss sollte polizeilich angezeigt werden. Selbst kleine Hunde können eine schwerwiegende Bissverletzung auslösen, in Deutschland sind zwei Todesfälle durch Dackel bekannt. Häufig entstehen tödliche Verletzungen am Hals des Menschen, hier befinden sich der Kehlkopf, die Luftröhre und die Halsschlagader. Eine normale Wunde kann gereinigt und desinfiziert werden, im Anschluss kommt ein Verband darauf. Manchmal kann eine Impfung nötig werden und gefährdete Patienten sollten innerhalb von acht bis zwölf Stunden nach dem Biss eine antibiotische Therapie durchführen.