Hurra Deutschland - Kult-Satire mit Puppen

Die charakteristischen Gummipuppen der Satire „Hurra Deutschland“ haben bereits Anfang der 90er Jahre Kultstatus erreicht.


So manch einer mag sich noch an die lebensgroßen Gummipuppen der Satiresendung des WDR erinnern. Trotz relativ kurzer Sendezeit avancierte „Hurra Deutschland“ zu einer Sendung mit Kultstatus im deutschen Fernsehen.

Inhalt der Sendung
„Hurra Deutschland“ wurde von Juni 1989 bis 1991 in drei Staffeln im WDR ausgestrahlt. Die Idee einer Satire mit charakteristischen Gummipuppen stammt von der Satire „Spitting Image“, welche jahrelang erfolgreich im britischen Fernsehen lief. „Hurra Deutschland“ wollte diese Satire nicht imitieren, aber übernahm die Idee der Gummipuppen mit den markanten, satirischen Gesichtszügen. Die Puppen wurden lebensgroß angefertigt, allerdings in der Proportion eines lebensgroßen Kopfes und eines im Verhältnis kleinen Körpers. Eine Sendung, jeweils 15minütig, bestand aus einer Abfolge von kurzen Szenen, in welchen Personen aus der Politik oder Prominente aus dem gesellschaftlichen Leben als Gummipuppen über aktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft diskutierten. Dabei wurden insbesondere Charakterzüge oder markante Äußerlichkeiten der dargestellten Prominenten aufgegriffen. Zunächst trafen sich die Puppen in der Bundestagskantine, später in dem eigens erfundenen „Hurra-Club“. Hier diskutierten beispielweise Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Rita Süssmuth, Steffi Graf und Thomas Gottschalk.

Kritik an der Sendung
Die Sendung erhielt bereits von Beginn an schlechte Kritiken. Dies mag zum einen daran liegen, dass sie ausschließlich der Unterhaltung dienen sollte. Es sollte eine Satire für das breite Publikum sein. Eine politisch bissige Satire wie in der englischen Vorbildsendung wurde dem deutschen Publikum nicht zugetraut. Allerdings lag genau hierin das Problem der Sendung. Sie wurde ihrem Ruf als Satire mangels schwarzen Humors nicht gerecht und war gleichzeitig aber auch zu bissig für eine seichte Unterhaltung zum spätabendlichen Sendetermin. Dies mag auch der Grund dafür sein, dass das Publikum sich weniger über den bissigen Humor und eventuelle, der Satire typischen Geschmacklosigkeit beschwerte. Es kritisierte vielmehr fehlenden Witz und politische Bissigkeit.
Kritik aus Reihen der dargestellten Politiker und Prominenten gab es nur wenig. Im Gegenteil, viele waren zufrieden mit ihrer Darstellung in Form der Puppen und teilweise sogar leicht amüsiert. Nichts desto trotz erlangte die Sendung „Hurra Deutschland“ trotz ihrer kurzen Lebensdauer einen Kultstatus, der sich bis heute bei vielen Zuschauern gehalten hat.