Hustenblocker (Antitussiva)
In der Anfangsphase einer Erkältung ist Husten meist unproduktiv, das heißt, es besteht ein Hustenreiz, es kann aber kein Sekret abgehustet werden. Dieser trockene Husten wird von den Betroffenen oft als störend oder gar quälend empfunden. Es kommt zu einem Würgen im Hals, starken Schmerzen und Anfällen in der Nacht, die eine erholsame Nachtruhe unmöglich machen. Nach einigen Tagen entwickelt sich aus diesem Reizhusten der sogenannte produktive Husten, das angesammelte Sekret kann abgehustet werden.
Ziel eines Hustenblockers ist es, diesen unangenehmen Hustenreiz zu unterdrücken. Um dies zu erreichen, hemmen die Präparate das Hustenzentrum im Stammhirn oder besetzen die verantwortlichen Rezeptoren in den Bronchien. Somit bleibt die Ursache des Hustens zwar erhalten, lediglich der Reflex, zu husten, wird unterdrückt. Kritiker halten Hustenblocker für fragwürdig, denn der festsitzende Schleim wird zum Nährboden für Bakterien, sodass sich beispielsweise eine Bronchitis entwickeln kann.
Die meisten Husten Medikamente enthalten Codeine, Wirkstoffe der Opiatgruppe, wirken also auch stark beruhigend. Wenn Sie ein solches Medikament eingenommen haben, sollten Sie Ihr Auto stehen lassen. Zudem besteht eine hohe Gefahr der Abhängigkeit, wenn diese Medikamente über einen längeren Zeitraum hinweg angewendet werden. Auch bei Kindern muss auf die Dosis geachtet werden. Wenn Hustenblocker überhaupt zum Einsatz kommen, dann sollte eine Menge von zwei bis vier Milligramm pro Kilo Körpergewicht nicht überschritten werden, denn bei höheren Rationen drohen schwere Vergiftungserscheinungen.
Hustenlöser (Expektorantien)
Nach etwa zwei bis drei Tagen wird aus einem unproduktiven Husten ein produktiver. Das bedeutet, dass nun vermehrt Schleim gebildet wird, der abgehustet wird. Dieser Prozess ist sehr wichtig, da das Sekret die Flimmerhärchen verklebt und in ihrer natürlichen Reinigungsfunktion behindert. Hustenlöser verflüssigen das Sekret, sodass dieses leichter abtransportiert werden kann.
Zu den am häufigsten in Hustenlösern eingesetzten Substanzen gehört Ambroxol. Dieses begünstigt nicht nur die Verflüssigung des Sekrets, sondern trägt auch in entscheidendem Maß zur Bildung des körpereigenen Stoffs Surfactant, der eine wichtige Rolle bei der Selbstreinigung der Lunge spielt, bei.
Wenn der „kranke“ Schleim abtransportiert wurde, kann sich die normale schützende Schleimschicht mit funktionierenden Flimmerhärchen wieder erholen und ihren Aufgaben nachkommen.
Der Abtransport des Schleims sollte grundsätzlich immer mit einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme unterstützt werden.
Zu beachten ist, dass Hustenblocker und -löser nicht kombiniert werden sollten. Denn wenn der Schleim gelöst, aber gleichzeitig der Hustenreiz unterdrückt wird, sammelt sich das nun verflüssigte Sekret in den Atemwegen. Die Folge: Das Atmen wird erschwert.