Hyperthermie in der Krebstherapie

Hyperthermie wird hauptsächlich zur Bekämpfung bösartig veränderter Zellen eingesetzt, kommt also beispielsweise in der Krebstherapie zum Einsatz. Durch eine gezielte Überhitzung der Körperzellen sollen verschiedene Abbauprozesse unterstützt werden. Mittels verschiedener Verfahren beispielsweise dem Einsatz von Hitzespule wird heilsame Wärme erzeugt.


Bei Hyperthermie handelt es sich um die gewollte Überhitzung des menschlichen Körpers entweder in Teilbereichen oder komplett. Es handelt sich jedoch nicht um eine äußere Wärmeanwendung, welche nur die Temperatur der Hautschichten erhöht, sondern um eine künstliche Temperatursteigerung des Körpergewebes. Nicht zu verwechseln ist diese Form der Behandlung mit einer Fiebertherapie, da die Wärmeabgabe des Körpers bei der Hyperthermie künstlich unterbunden wird. Das Hauptanwendungsgebiet dieser künstlichen Überhitzung ist, in Kombination mit anderen Behandlungen, die Krebstherapie. 

  

Durchführung:  

Ganzkörper-Hyperthermie:
Der Patient liegt mit dem Rücken auf einer infrarotlichtdurchlässigen Matte und wird mit einer Metallfolie (ähnlich einer Rettungsdecke) bedeckt. Die Wärme wird als gefilterte Infrarotstrahlung, durch die spezielle Liege, dem Organismus zugeführt. Ein Teil der Strahlung wird jedoch vor dem Auftreffen von einer Schicht zirkulierendem Wasser absorbiert. Durch dieses Verfahren wird die Wärme optimal verteilt und ein Verbrennen einzelner Hautpartien ist so gut wie ausgeschlossen. Die Folie reflektiert die Strahlung, sodass diese den Körper zweifach passiert. Außerdem kann man in einer isolierten Kammer, welche nur Rumpf und Gliedmaßen umschließt, während sich der Kopf außerhalb befindet, durch Erwärmen einen vergleichbaren Effekt erzielen.  Die Temperatur wird bei der Behandlung unter ständiger Beobachtung stufenweise erhöht und gesenkt. Teilweise werden die Patienten sogar auf bis zu 43°C erhitzt. Dies erfordert jedoch eine gleichzeitige Kühlung des Gehirns, um Schäden am Organismus zu vermeiden. 

  

Teilkörper-Hyperthermie:
Die Teilkörper-Hyperthermie gleicht dem Verfahren der Ganzkörper-Behandlung, nur in vermindertem Umfang. 

  

Bei beiden Behandlungen gibt es weitere Verfahren, bei denen entweder Mikrowellen, Radiowellen oder Ultraschall zur Erwärmung eingesetzt werden. Gelegentlich werden mit heißer Flüssigkeit gefüllte Röhren, Thermoseeds, welche magnetisch angeregt wurden oder implantierte Antennen eingesetzt. Einzelne Organe können auch, nachdem sie zeitweise von der Blutzirkulation abgeschnitten wurden, von erhitzter Lösung umspült werden. Bei der spezifischen Behandlung von Tumoren ist auch der Einsatz von Heizspulen, Laser oder magnetischer Flüssigkeiten, welche erst injiziert und dann induktiv erwärmt werden, möglich. 

  

Wirkung:
Die Krebszellen sollen durch die Wärmebehandlung für Abbauprozesse, wie Chemo- oder Strahlentherapie, sensibilisiert werden. Die Wärme verursacht eine verbesserte Durchblutung, was die Wirkstoffe schneller zu den veränderten Zellen gelangen lässt. Außerdem wird die Reparationsfähigkeit der Krebszellen herabgesetzt.
Auch die durch die Überhitzung bedingte Bildung von Hitzeschockproteinen ist eine gewünschte Wirkung, da diese Eiweiße die Killerzellen des Immunsystems zu einer Zerstörung der betroffenen Zelle veranlassen. 

  

Einschränkungen:
Die Hyperthermie-Therapie ist als alleinige Krebstherapie nicht ausreichend, sondern kann nur unterstützend wirken. Außerdem sind einige der Verfahren in ihrer Entwicklung noch nicht ausgereift und die hohen Temperaturen bergen verschiedene Risiken für den Organismus.