Wenn wir müde sind, dann schlafen wir und wenn der Hunger kommt, dann essen wir. Viele Vorgänge, die in unserem Körper ablaufen, sind für uns bereits so selbstverständlich, dass wir sie nicht mal mehr hinterfragen. Dabei ist erstaunlich, dass die meisten der elementaren Abläufe in unserem Körper von einer sehr kleinen Region unseres Gehirns abhängig sind – dem Hypothalamus und der Hypophyse. Beides sind die Nachrichtensysteme unseres Körpers, die sowohl psychische als auch körperliche Vorgänge steuern und für uns von lebensnotwendiger Bedeutung sind.
Funktion des Hypothalamus
Der Hypothalamus, der übrigens nicht mehr wiegt als 15 Gramm und und ungefähr die Größe eines 50 Cent-Stücks einnimmt, befindet sich im unteren Zwischenhirn. An ihm hängt, einem Tropfen ähnlich, die sogenannte Hirnanhangdrüse, die Hypophyse. Der Hypothalamus reguliert sehr entscheidende körperliche wie auch psychische Abläufe unseres Körpers. So koordiniert er den Haushalt von Wasser und Salz sowie unseren Blutdruck. Zudem sorgt er für eine konstante Körpertemperatur und für die Nahrungsaufnahme. Auch beeinflusst der Hypothalamus unser Sexualverhalten, unsere Emotionen sowie unseren Schlafrhythmus. Nicht zuletzt ist er ein wichtiges Steuerorgan innerhalb des Hormonsystems, denn er reguliert, wann welche Menge eines Hormons gebildet wird.
Hormonbildung – Funktionseinheit Hypothalamus und Hypophyse
Innerhalb des Hypothalamus werden in bestimmten Nervenzellen, sogenannten Neuronen, verschiedene Hormone produziert. Dabei kann unterschieden werden zwischen „releasing“ (englisch für „freisetzen“) und „inhibiting“ (englisch für „hemmen“, „blockieren“) Hormonen. Erstere sorgen für eine Produktion und Ausschüttung von Hormonen in der Hypophyse, der Hirnanhangdrüse. Deren produzierte Hormone sorgen wiederum für die Bildung anderer Hormone oder wirken direkt auf bestimmte Zielorgane des Körpers. Die „inhibiting“ Hormone des Hypothalamus verhindern hingegen die Bildung und Ausschüttung verschiedener Hormone in der Hirnanhangdrüse.
Einige wichtige Hormone des Hypothalamus
Zu den wichtigen Releasing-Hormonen des Hypothalamus gehören beispielsweise das Gonadotropin-releasing Hormon (GnRH) oder das Growth hormone-releasing Hormon (GH-RH). Ersteres bewirkt die Bildung eines stimulierenden Hormons in der Hirnanhangdrüse, welches bei der Frau in den Eierstöcken die Reifung der Eizellen fördert und den Eisprung auslöst. Beim Mann bewirkt die Produktion und Ausschüttung dieses Hormons hingegen die Bildung von Spermien. Das Growth hormone-releasing Hormon bewirkt in der Hirnanhangsdrüse die Bildung des Wachstumshormons Somatotropin, das nicht nur die Wachstumsvorgänge im Körper anregt, sondern auch auf die Leber wirkt.