Ich kann dich nicht riechen: Wie Düfte unser Leben bestimmen

Obwohl Düfte und Gerüche sogar wissenschaftlich messbar sind, ist deren Wahrnehmung immer eine äußerst subjektive Sache.


Wenn sie in der Parfümerie um die Ecke vor den hell erleuchteten Regalen stehen und angesichts der vielen Düfte schier überwältigt sind, sind Sie nicht allein. Viele Deutsche verzweifeln, wenn Sie für Ihren Liebsten einen neuen Duft erstehen möchten. Neben den eigentlichen Produkten muss sich der Käufer auch noch für die Intensität des Duftes entscheiden. Aber welche gibt es überhaupt?

Verschiedene Verdünnungsklassen
Hauptbestandteil eines Parfüms ist Alkohol, der Anteil liegt je nach Verdünungsklasse bei bis zu 80 Prozent. Hinzu kommen synthetische Duftstoffe und gelöste natürliche Essenzen aus Blüten, Rinden oder Kräutern. Wie intensiv ein Duft riecht, ist abhängig von der Konzentration der enthaltenen Duftöle. Man unterscheidet folgende Duftklassen:

  • Eau de Cologne 3-5% (edP)
  • Eau de Toilette 6-9% (edT)
  • Eau de Parfum 10-14%
  • Extrait Parfum 15-30%

Bei sogenannten Extreme und Intense-Parfums kann der Anteil der Parfumöle sogar noch höher liegen.

Der Olf
Der dänische Ingenieur Povle Ole Fanger hat eine wissenschaftliche Messgröße ins Leben gerufen, die die Stärke eines Duftes angibt. Die Rede ist vom Olf, abgeleitet wurde die Bezeichnung von „olfaktorisch“, der Bezeichnung für den Geruchssinn. In der Wissenschaft spricht man der Einfachheit halber schlicht vom O.

Wir alle wissen, dass alle uns umgebenden stofflichen Gegenstände einen bestimmten Geruch an die Luft abgeben. Der Duft eines neuen Autos, eine frisch gestrichen Wand oder ein Stapel ungewaschener Kleidungsstücke – das alles sind charakteristische Gerüche, die von uns sofort erkannt werden. Auch hier kann die Intensität stark schwanken. Selbst der Mensch gibt individuelle Duftnoten ab. Dabei ist die Höhe des Olfs abhängig von der gerade ausgeübten Tätigkeit: Ein sportelnder Mann im Fitnessstudio hat demnach einen höheren Wert als ein Büroarbeiter, der den ganzen Tag an seinem Tisch sitzt.

Schlechte Luft
Neben der messbaren Intensität eines Geruchs gibt es auch eine subjektive Komponente, die nicht selten für Verstimmungen sorgt. Ob Düfte und Gerüche als angenehm oder ekelerregend empfunden werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der eine findet Benzingeruch an der Tankstelle unwiderstehlich, während ein anderer ihn nur mühsam ertragen kann. Auch menschliche Gerüche sind manchmal Anlass für dicke Luft. Wenn also nicht der Drucker oder die neue Wandfarbe für unangenehmes Klima verantwortlich ist, ist Streit vorprammiert. Besonders in Situationen, in denen Menschen eng zusammenarbeiten, kann ein ungepflegter müffelnder Kollege Unruhe stiften. Wenn man sich einfach nicht riechen kann, hilft oft nur ein Sitzplatzwechsel. Dabei ist die eigentliche Stärke des Olfs nebensächlich, allein die subjektive Wahrnehmung des anderen entscheidet über Wohlgefallen oder Antipathie.