Ich und meine Familie - Familienpsychologie für Anfänger

,,Nur weil du meine Mutter bist,...!\" Wer diesen Satz kennt, sollte unbedingt weiter lesen. Familienpsychologie für Anfänger


Was bedeutet Familie? Familie ist wohl gleichzusetzen mit Halt, Sicherheit, einem harmonischen Miteinander und einem tief verwurzelten Zusammengehörigkeits-
gefühl in der Brust. Es bedeutet essensreiche Feste, lachende Gesichter, das Baby auf Omas Schoß, während Opa den Kamin anfacht und der Hund zu seinen Füßen weilt...
Soweit die Theorie, doch die Realität sieht oft ganz anders aus. Die Familienpsychologie deckt es auf.

Definiere Familie
Das Wort Familie kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet “Hausgemeinschaft”. Es umschreibt eine durch Heirat und/oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft. In der westlichen Welt sehen wir die Familie in einer Richtung als Mutter Vater und Kind, sie kann aber auch erweitert sein durch die engeren Verwandten. In allgemeiner Hinsicht umfasst die Familie alle Verwandten, ob in erster oder dritter Linie. Die Familie ist demnach eine enge Verwandtschaftsgruppe. Demnach ist es doch eigentlich nicht logisch, dass den meisten Menschen bei dem Wort „Familie“ solche heimeligen Assoziationen in den Sinn geraten. Oder?

Mikrokosmos mit eigenen Regeln
Nein, Familie ist viel mehr als eine Definition oder nur eine Gruppe von Menschen, die zufällig ähnliches Genmaterial haben. Vielmehr ist sie ein komplexes System aus Beziehungen zwischen den einzelnen Individuen, die oftmals kompliziert und problembehaftet sind. Als der kleine Mikrokosmos, welcher eine Familie ist, so herrschen in diesen Verwandtschaftsverbänden eigene Regeln, die nirgendwo niedergeschrieben sind und die meisten Mitglieder auch nicht beherrschen oder sich nicht dran halten. So also ist es nicht verwunderlich, dass in einem so begrenzten Raum, wo jeder den anderen sehr gut kennt, ihn jeden Tag sieht und sich die ein oder andere Gemeinheit gefallen lassen muss, auch Probleme auftauchen.

Die gleichen Gene helfen nicht immer
Hierbei sind alle mit in begriffen. Mann wie Frau, Mutter und Tochter, Vater und Sohn. Aber auch die Schwiegereltern oder die gesamte verhasste Gemeinschaft kann Dreh und Angelpunkt ernsthafter Streitigkeiten sein. Kurzum: So ein großer Familienclan ist daher wie ein Süßigkeitenladen für Psychotherapeuten. Und von Familientherapien kann es tatsächlich kaum genug geben. Dabei ist es nicht schwer, auch in einer großen Familie, in der viele Charaktere und Temperamente, viele Meinungen und Geschmäcker aufeinandertreffen, für Harmonie zu sorgen. Von der psychologischen Seite betrachtet müsste man, um dieses Problem anzugehen, aber nochmal ganz von vorne anfangen. Denn leider geben wir als Gründer einer Familie nur das weiter, was wir von unserer Familie beigebracht bekommen haben. Es sei denn, wir befreien uns von alten Doktrinationen und Familienlügen!

Die Liste der Familienlügen
Wussten Sie, dass jede sechste Frau am sogenannten Baby-Blues leidet? Nicht? Dann wussten Sie sicherlich auch nicht, dass Mutterliebe kein Must ist und keine tiefverwurzelte Eigenschaft, die jeder Frau mit in die Wiege gelegt wird. Familienlüge Nummer eins, der so manch einer vielleicht schon intuitiv auf die Schliche gekommen ist. Oder wussten Sie, dass persönliche Selbstaufgabe für die Familie keine gute Eigenschaft, sondern ein wissenschaftlich erfroschtes Syndrom, das Brave-Tochter-Syndrom, ist? Familienlüge Nummer zwei also und die Liste dieser Lügen ist noch weiterzuführen. Die Familienpsychologie hat da einiges aufzudecken und wer sich ein bisschen Zeit nimmt, der findet Antworten auf alte Fragen

Über all dies und darüber, wie Sie in vertrakten Situationen in der Familie richtig reagieren, lesen Sie auf den folgenden Seiten.