Das Abwehrsystem oder auch die Immunabwehr schützt uns vor Krankheiten, indem es körperfremde Substanzen, die in den Organismus gelangen, angreift. Es können zwei verschiedene Wege unterschieden werden, auf denen der Körper mithilfe des Immunsystems versucht die Erreger unschädlich zu machen. Beide Arten sind sehr komplex und beinhalten ein Zusammenspiel hunderter verschiedener körpereigener Bestandteile. Es existieren Substanzen, welche die fremden Eindringlinge erkennen. Sie werden Antikörper genannt. Mediatoren sind für die Kommunikation zwischen den einzelnen Bestandteilen der Immunabwehr zuständig. Diese Mediatoren werden von verschiedenen anderen Zellen produziert. Schließlich existieren Zellen, welche körperfremden Stoffe angreifen, unschädlich machen oder ganz zerstören. Die Immunabwehr spielt bei Allergien und bei Asthma eine entscheidende Rolle.
Die Allergie
Bei einer allergischen Reaktion werden harmlose Stoffe, wie zum Beispiel Pollen oder Tierhaare, vom Immunsystem als gefährlich eingestuft und eine entsprechende Reaktion, welche diese Stoffe bekämpfen soll, ausgelöst. Diese eigentlich harmlosen Substanzen, die aber eine Abwehrreaktion des Körpers hervorrufen, werden Allergene genannt. Bei einer Allergie reagiert der Körper zudem übertrieben stark (überschießend) auf die Fremdstoffe, sodass die typischen allergischen Symptome, wie Hautausschlag oder Atemnot, entstehen.
Bei dem ersten Kontakt mit den fremden Stoffen erkennt die Immunabwehr diese und ordnet sie korrekt als harmlos ein. Bei dem zweiten Kontakt erkennt das Abwehrsystem diese wieder, reagiert dann aber fehlerhaft mit einer überschießenden Immunantwort, indem es zu viele Antikörper gegen das Allergen bildet. Dieser Prozess wird Sensibilisierung genannt.
Antikörper
Nun kann die allergische Reaktion von zwei verschiedenen Arten von Antikörpern, auch Immunglobuline genannt, hervorgerufen werden. Die Immunglobuline E (IgE) sind die Antikörper, welche am häufigsten eine Allergie vermitteln. Die Reaktion dieser TYP-I-Allergie tritt innerhalb von wenigen Minuten ein, sodass sie auch als Soforttyp bezeichnet wird. Die IgE, die an sogenannten Mastzellen sitzen, erkennen das Allergen und bringen die Mastzellen dazu Entzündungsmediatoren freizusetzen, welche dann die allergischen Symptome auslösen. Die wichtigsten Mediatoren sind Leukotrine und Histamin.
Bei der Typ II-Reaktion, der Spätreaktion, sind Immunglobuline G (IgG) an der Reaktion beteiligt. Die Symptome treten nicht sofort, sondern erst sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf.
Kreuzallergien
Viele Allergiker reagieren nicht nur auf einen Stoff allergisch. Das Immunsystem löst auch überschießende Reaktionen aus, wenn es mit Substanzen, die dem eigentlichen Allergen in ihrer chemischen Struktur sehr ähnlich sind, in Berührung kommt. Häufige Kreuzallergien sind beispielsweise bei Pollen und Nahrungsmitteln zu beobachten.