Indikationen für die Therapie mit Thymus-Milz-Peptiden

Die Indikationen sind aufgrund des universellen Einsatzes dieser Immunpeptide sehr vielfältig. Daher wird in drei Hauptgruppen unterschieden.


Durch den universellen Ansatz dieser Immunpeptide sind die Indikationen für die Thymustherapie entsprechend vielfältig. Der Übersicht halber sind drei Hauptgruppen zu betrachten.

 
1. Immunologische Problemfälle
2. Alterung des Immunsystems
3. Immuntherapie bei Tumorerkrankungen

 

1. Zu den immunologischen Problemfällen der ersten Gruppe zählen primäre und sekundäre Immundefizienzen. Dazu gehören im wesentlichen .angeborene Immunschwächen und Defekte, chronische bakterielle Infektionen, Viruserkrankungen, Intestinaldysbiosen, Hungerzustände und der Mangel an wichtigen Nährstoffen, Umweltschäden, Bestrahlungen und Chemotherapiefolgen, Intensivpflegemaßnahmen und große Operationen, die Folgen der Einnahmen von Immunsuppressiva und nichtsteroidalen Antirheumatika sowie Allergien und Atopien (Pollinosis, Ekzemen, Neurodermitis, Asthma bronchiale und Nahrungsmittelallergien) Auch bei Autoimmunkrankheiten (Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Morbus Bechterew, Sklerodermie, Colitis ulzerosa, Morbus Crohn etc.) sind günstige Wirkungen zu erwarten. Bei regelmäßiger Anwendung von Immunpeptiden können Immunsuppressiva und Kortikoide deutlich eingespart werden.

2. Die Abnahme der Leistungsfähigkeit der T-Zell vermittelten Immunabwehr im Alter lässt sich labortechnisch eindeutig belegen. Dieser Vorgang wird Immunseneszenz genannt und ist der Inhalt vieler aktueller Forschungen. Die aktivierende Wirkungen von Thymusextrakten im Alter ist jedem erfahrenden Immuntherapeuten bekannt. Forschungen und praktische therapeutische Erfahrungen beim Einsatz von Immunpeptiden haben ergeben, dass zahlreiche Körperfunktionen günstig beeinflusst werden können, so die Verbesserung der Lebensqualität bei alternden Menschen durch Förderung von Appetit, Schlafqualität ,Merkfähigkeit und psychische Ausgeglichenheit. Es wurden ein Ausgleich der Lipidbalance mit Anstieg der HDL-Werte und bei langfristiger Anwendung günstige Einwirkungen auf arteriosklerotischen Prozesse beschrieben. Günstige Beeinflussungen bei diabetischen Gefäßprozessen, die Verminderung der Schweißbildung bei klimakterischen Zuständen, die Förderung des Knochenanbaus bei Osteoporose im Zusammenwirken mit Kalzium und Vitamin D und das Klimakterium mit Hitzewallungen sind weitere Indikationen.

3. Die Immuntherapie gilt heute als vierte Säule der Krebsbehandlung. Eine Analyse internationaler Veröffentlichungen über die Wirkungen von Thymus- und Milzpeptiden ergab folgende Resultate:

 
A) Sie regen im Knochenmark die Bildung von Präkursor-T-Lymphozyten und anderen Abwehrzellen an und aktivieren die in der Körperperipherie befindlichen Zellen der gesamten Immunabwehr.

B) Sie regen die körpereigene Produktion von Interleukinen, Interferonen und Kolonie-stimulierenden Faktoren (CSF) an. Der IL-2-Spiegel steigt nach der Gabe von Immunpeptiden z.B. um das Siebenfache an. Auch die körpereigenen Interferonspiegel werden verdreifacht.

C) Immunpeptide aktivieren T-zytotoxische Lymphozyten, natürliche Killerzellen (NKZ), neutrophile Granulozyten (PNG), Monozyten-Makrophagen und die dendritische Abwehrzellen. Über die deutliche Verbesserungen der Phagozytose wird berichtet.

D) Besonders die Thymuspeptide regulieren die Balance zwischen T4- und T8-Lymphozyten sowie den TH1- und TH2-Lymphozyten im Sinne einer Verbesserung der immunologischen Homöostase.

E) Die Erfahrungen lehren, dass eine Thymustherapie auch bei Patienten mit infausten Prognosen und sehr schlechtem Allgemeinbefinden häufig eine Besserung des Befindens bewirkt, sodass ein Therapieversuch zu empfehlen ist.

 

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Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Torsten-U. Niecke verantwortlich.