Informatik studieren und Berufschancen sichern

Wer Informatik studieren möchte, für den sind ein logisches und mathematisches Grundverständnis unerlässlich.


Ein Studium der Informatik bedeutet nicht, dass tagelang Computerspiele gezockt werden. Es handelt sich vielmehr um ein sehr anspruchsvolles Studium, bei welchem den Studierenden vor allem mathematische und logische Denkprozesse abverlangt werden. Da es sich bei Informatik um eine sehr schnell wachsende Wissen-schaft mit ständig neuen Technologien handelt, verspricht ein Informatikstudium vielfältige Berufsaussichten.

Informatik studieren - Worum geht es?
Bei der Informatik geht es um die Behandlung und Verarbeitung von Informationen und Daten. Sie basiert auf mathematischen Disziplinen wie der Modellbildung und Logik, aber auch die Elektrotechnik spielt eine wesent- liche Rolle. Die von vielen angenommene Vermutung, dass sich die Informatik vornehmlich mit der Programmierung beschäftigt, entspricht jedoch nicht der Realität.

Verschiedene Richtungen
Mit jährlich 23.000 Studienanfängern zählt die Informatik zu den drei beliebtesten Studienfächern in Deutschland. Sowohl an Universitäten wie auch an Fachhochschulen ist es möglich, Informatik zu studieren, wobei die Universitäten verstärkt wissenschaftlich, die Fachhochschulen hingegen eher praxisorientiert vermitteln. Neben der angewandten Informatik an sich, gibt es viele weitere Variationen mit verschiedenen Schwerpunkten wie beispielsweise die Technische Informatik, die Softwareinformatik, die Wirtschafts-, Medien-, Bio- oder Medizininformatik sowie die Computer- linguistik. Wer sich für ein Informatikstudium entschließt, der kann sich je nach Größe der Informatikabteilung auf ein spezielles Gebiet konzentrieren. In jedem Fall bestehen Wahlmöglichkeiten zwischen den vier typischen Teildisziplinen, der theoretischen, praktischen, ange- wandten und technischen Informatik.

Inhalte des Studiums
Die ersten Semester eines Informatikstudiums zeichnen sich durch strukturierte Grundlagenfächer aus, die meist sehr denen eines Mathe- matikstudiums ähneln. Typische Studieninhalte des ersten Jahres sind somit in der Regel Analysis, Lineare Algebra und Stochastik. Außerdem gehören grundlegende Konzepte wie Algoithmen, formale Sprachen und Objektorientierung zum Alltag eines Informatikstudiums. Diese Grundlagen werden meist in Vorlesungen, Tutorien oder speziellen Übungen erklärt. Auch wöchentliche, obligatorische Übungsaufgaben gehören zum Studium. Hausarbeiten sind hingegen seltener. Programmiersprachen werden als Handwerkszeug entweder vorausgesetzt oder der Studierende muss sie sich während des Studiums oft selber aneignen. Aufgrund der rasanten Entwicklung ist das Informatikstudium meist sehr stark forschungs- orientiert. Praktika und Abschlussarbeiten können daher oft in Kooperation mit Industrien stattfinden.

Voraussetzungen und Berufsaussichten
Das Informatikstudium weist eine klare mathematische Grundprägung auf. Wer hofft, hier das Programmieren zu erlernen, der sollte sich für einen anderen Studiengang entscheiden. Nicht zuletzt aufgrund der falschen Erwartungen ist die Abbruchrate bei Informatikstudenten sehr hoch, sie liegt bei 38 Prozent. Wer Informatik studieren möchte, der sollte vor allem Geduld und Konzentrationsfähigkeit mitbringen, denn das Studium stellt hohe Ansprüche an den Studierenden. Nicht nur ein gutes mathematisches Verständnis ist Voraus- setzung, für ein vertieftes Studium sind auch Englischkenntnisse unerlässlich, denn Englisch ist die Fachsprache, in welcher meist alle relevanten Zeitschriften und Artikel verfasst sind. Wer sich erstmal im Studium bewährt, hat später sehr gute Erfolgsaussichten auf einen gut bezahlten Job (das Einstiegsgehalt liegt bei zirka 3000 Euro). Informatiker sind beispielsweise als Softwareentwickler oder als IT-Berater angestellt oder selbstständig. Da es sich bei der Informatik um eine grundlegende Wissenschaft handelt und ihre Anwendungen in der heutigen Zeit grundlegend sind, finden Informatiker in der Regel eine Anstellung in vielerlei Branchen.