Ingwer - gesunder Scharfmacher

Als Gewürz in der Küche zeichnet sich Ingwer durch ein unverwechselbar charismatisches Aroma aus, das zwischen feuriger Schärfe und süßlicher Frische liegt


Von der Ingwerpflanze selbst ist eigentlich nur der Wurzelstock für die Verwendung als Heil- und Nahrungsmittel von Bedeutung. Als Gewürz in der Küche zeichnet er sich durch ein unverwechselbar charismatisches Aroma aus, das zwischen feuriger Schärfe und süßlicher Frische liegt. Die hierfür ausschlaggebenden Geschmacksträger sind ätherische Öle und Scharfstoffe wie Gingerol und Shoagol.

Quell der Gesundheit
Neben dem Einsatz als Heilpflanze, zum Beispiel in medizinischen Extrakten, treten die positiven Wirkungen der Ingwerwurzel auch bei der Verwendung in der Küche zutage. Dem Ingwer wird eine Vielzahl gesundheitsfördernder Eigenschaften zugeschrieben. Gerichte mit dieser Wurzel regen den Stoffwechsel an und können die Verdauung maßgeblich verbessern. Die enthaltenen Scharfstoffe sind außerdem bekannt für ihre antiseptische, also entzündungshemmende Wirkung. Auch rheumatische Beschwerden können gelindert werden. Bei längerfristiger Einnahme sind außerdem verbesserte Werte in Bezug auf Blutdruck und Blutgerinnung festzustellen. Ein positiver Effekt wird dem Ingwer bei Reise- und Seekrankheit zugeschrieben. All diejenigen, die bereits unter der berüchtigten Reiseübelkeit gelitten haben, sollten deshalb vor der nächsten Flug-, Schiffs, oder Bahnreise einen gleichwohl beruhigenden und entspannenden Ingwertee zu sich nehmen.

Nicht für jeden geeignet
Allen guten Eigenschaften zum Trotz ist die Ingwerwurzel nach wie vor ein hochwirksames Mittel, das entsprechende Vorsichtsmaßnahmen verlangt: Aufgrund seiner Magen- und Gallensaft anregenden Wirkung sollten Menschen mit entsprechenden Problemen sparsam mit dem Gewürz umgehen und erst nach Rücksprache mit einem Arzt Ingwer in den Speiseplan integrieren. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Konsum gänzlich abzuraten.

Ingwer in der Küche
Die frisch geernteten Ingwer-Wurzelstöcke werden auch als grüner Ingwer oder als Ingwer-Rhizom bezeichnet. Diese Wurzeln sind außen bräunlich und im Innern von saftig gelbem, faserigen Fleisch. Man findet sie heute in nahezu jedem Supermarkt und auf dem Wochenmarkt für sehr wenig Geld. Außerdem ist Ingwer unabhängig von Jahreszeiten erhältlich, was ihn zu einer idealen frischen Zutat in der Küche macht. Als Zugabe in vielen Wok-Gerichten, aber auch als Scharfmacher in Eintöpfen und Suppen wird die Knolle am besten geschält, gerieben und dann mitgekocht. Bei einigen asiatischen Rezepten ist es außerdem wichtig, dass der Ingwer zusammen mit den anderen Gewürzen zuerst angebraten wird. So bilden sich wertvolle Röststoffe, die dem Essen erst den richtigen Geschmack geben. Doch auch als Süßware gewinnt Ingwer an Beliebtheit. Im Asia-Shop oder Delikatessenladen sind verschiedene Varianten der scharfen Wurzel erhältlich: in Sirup eingelegt, kandiert oder in Schokolade getaucht. Auch als Marmelade spielt Ingwer vor allem im angelsächsischen Raum eine Rolle.

Ein scharfer Trunk
Die Ingwerwurzel eignet sich nicht nur als Beigabe im Essen, auch ein Getränk mit dem Gewürz kann sehr stimulierend sein. Nicht umsonst wird dem Ingwer eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt- seine Scharfstoffe sollen wiederum die körpereigenen Pheromone, die menschlichen Sexualhormone, anregen. Für diesen Zweck ist ein intensiver Aufguss aus der Wurzel erforderlich. Probieren Sie doch einmal folgendes Rezept: Eine kleine Ingwerwurzel für eine Viertelstunde in kochendes Wasser legen und den fertigen Sud mit etwas Honig abschmecken. Aber Vorsicht, der Geschmack kann mitunter stechend scharf werden! Natürlich gibt es auch abgeschwächte Varianten. Als kleines Extra kann Ingwer grünem Tee die besondere Note verleihen. Bei einer Erkältung bietet sich ein ganz einfaches Rezept an: Ein etwa fingergroßes Stück frisch geriebenen Ingwers und eine Stange klein geschnittenes Zitronengras werden, wie oben beschrieben, in einem Liter Wasser aufgekocht. In einem anderen Gefäß Zucker karamellisieren und anschließend hinzugeben, auch eisgekühlt im Sommer ein erfrischendes Getränk.