Inhalationen: Wirksames Mittel gegen Erkältungen

Inhalationen mit Wasserdampf und diversen Kräutern ist auch in der Schulmedizin ein anerkanntes Verfahren, das bei verschiedenen Beschwerde eingesetzt werden kann. So zum Beispiel bei Erkältungen und den damit einhergehenden Atemwegsbeschwerden.


Der Begriff „Inhalation“ ist lateinischen Ursprungs und bedeutet „Einatmung“. Mit dieser allseits bekannten Methode ist keine eigenständige Therapie gemeint, sondern ein Verfahren, das zuhause durchgeführt werden kann und etwa bei akuten Atemwegserkrankungen und festsitzenden Erkältungssymptomen schnell und unkompliziert hilft. Das schon seit der Antike bekannte Verfahren kann auf unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Zusätzen durchgeführt werden und wirkt so bei einer Reihe von Beschwerden.

Durchführung
Inhalationen mit Schüssel und Handtuch über dem Kopf sind altbewährte Hausmittel, die Jedem bekannt sein dürften. Neben diesem Kopf-Dampfbad gibt es heutzutage moderne Inhalationsverfahren mit speziellen Apparaten und Aerosol-Zerstäubern. Auch Vollbäder mit Zusätzen aus Kräutern oder ätherischen Ölen zählen zu den Inhalationen, ebenso wie Brust-Einreibungen mit atembefreienden Salben und Aufenthalte in Luftkurorten.
Die meisten Inhalationen erfolgen durch Wasserdampf mit Kräutern oder ätherischen Ölen. Mit speziellen Verneblern und Aerosolen können auch Medikamente inhaliert werden, etwa bei Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Zudem gehören auch Sauerstofftherapien, bei denen medizinischer Sauerstoff eingeatmet wird, zu den Inhalationen.
Beim traditionellen Inhalieren von heißem Dampf wird heißes Wasser in eine Schüssel gegeben und mit einem ätherischen Öl (z.B. Kamille, Pfefferminze, Eukalyptus oder Menthol) oder getrockneten Kräutern (wie Minze, Thymian oder Kamille) versetzt. Dann wird der Kopf über die Schüssel gebeugt und mit einem Handtuch überdeckt. Je nach Zusatz und Erkrankung inhaliert der Patient dann fünf bis 15 Minuten lang den heißen Dampf abwechselnd durch Nase und Mund. Da bei dieser Methode die Gefahr besteht, Wasser zu verschütten und sich zu verbrühen, sind standfeste Inhalatoren aus der Apotheke praktischer. Diese verhindern zudem durch die Mund-Nase-Masken, dass die ätherischen Öle die Augen reizen.
Dampfinhalatoren sind nicht geeignet, um Salze oder feste Arzneimittel zu inhalieren, dazu bedarf es eines elektrischen Verneblers.
Da die Wirkung bis zu fünf Stunden anhält, sollte im Bedarfsfall drei bis vier Mal täglich inhaliert werden. Nach dem Inhalieren sollte sich der Patient Ruhe gönnen, den Kopf warm halten und nicht an die kalte Außenluft gehen. 

 

Wirkung
Besonders bei hartnäckigen Erkältungen kann durch das Inhalieren von Wasserdampf festsitzender Schleim in Nasenneben- und Stirnhöhlen gelöst werden. Der Wasserdampf mit Zusatz kann bis in die Bronchien hinein krampf- und schleimlösend wirken und befeuchtet zudem die Schleimhäute. Dem Patienten fällt dadurch das Atmen leichter, die Heilung wird beschleunigt, getrockneter Schleim wird aufgeweicht und kann abgehustet werden, eine verstopfte Nase wird wieder frei. Rechtzeitig angewendet können Inhalationen sogar den Ausbruch einer Erkältung verhindern. Bei Husten, Schnupfen, Nasennebenhöhlen- und Halsentzündungen sind Inhalationen ein wirksames Hausmittel.
Besonders geeignete Zusätze bei Erkältungen sind Anis (schleimlösend bei Bronchitis), Salbei (keimtötend bei Mandelentzündung und Kehlkopfkatarrh), Eukalyptus (schleimlösend und desinfizierend), Pfefferminze (bei Erkältungen und Kopfweh), (Fenchel (schleimlösend bei Bronchitis und Husten), Kamille (entzündungshemmend, keimtötend) und Thymian (schleimlösend und antibakteriell bei Bronchitis sowie Keuch- und Krampfhusten). 

 

Einschränkungen
Die heilsame Wirkung von Inhalationen wird sowohl von der Schulmedizin als auch in der Naturheilkunde anerkannt. Das Verfahren ist zur Selbstbehandlung geeignet und weist im Allgemeinen keine Nebenwirkungen auf, solange einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Die Inhalationsdauer sollte 15 Minuten nicht überschreiten, bei ätherischen Ölen sollte nicht länger als sieben Minuten inhaliert werden. Besondere Vorsicht ist bei Kindern, Asthmatikern und Menschen mit empfindlichen Atemwegen oder Keuchhusten angezeigt: Bei diesen Patientengruppen muss auf mentholhaltige Zusätze verzichtet werden, da diese Atembeschwerden auslösen können. Kleine Kinder und Schwangere sollten zudem kein Fenchelöl verwenden. Bei Kindern sollten die Eltern zudem bei der Inhalation anwesend sein, da ansonsten ein Verbrühungsrisiko besteht. Bei allen Patienten darf die Temperatur des Wassers nicht zu heiß sein. Löst das heiße Wasser oder der Zusatz einen Hustenreiz oder Atemnot aus, muss die Behandlung sofort abgebrochen werden, bei andauernder Atemnot ist ein Arzt zu rufen.
Inhalationen können den Arztbesuch bei länger anhaltenden Beschwerden, bei hohem Fieber und schlechtem allgemeinem Befinden jedoch nicht ersetzen