Inhaltsstoffe im Parfum - aus was bestehen die Düfte?

In nur einem Parfum steckt ein wahres Wunderwerk an Substanzen. Die Kombination aus natürlichen ubnd synthetischen Duftstoffen ergibt ein harmonisches Ganzes.


Das erste Hundeparfüm der Welt nennt sich „Sexy Beast“ und ist eine Unisex-Kreation aus Moschus, Bergamotte, Patchouli, Mandarine sowie Muskatnussöl. Ob die natürlichen Essenzen allesamt aus natürlichen Rohstoffen gewonnen oder künstlich im Labor hergestellt worden sind, wird wohl das Geheimnis der Hersteller bleiben. Tatsache ist jedoch, dass bereits 80 Prozent eines Flakoninhalts synthetisch produziert wird.

Natürliche Ingredenzien im Parfum
Parfümeure haben die Wahl zwischen mehr als 2.500 Grundstoffen, etwa 400 von ihnen sind natürliche Substanzen. Und tatsächlich ist das Angebot der Natur in Sachen Duftstoffe überaus reichhaltig. Zu den teuersten Düften gehören Essenzen, die aus Blüten gewonnen werden. Geranie, Veilchen und Co. kommen aufgrund ihres lieblichen und samtigen Geruchs meist als Herznote zum Einsatz. Das wohl exklusivste ätherische Öl ist das der Rosenblüte. Fünf Tonnen Rosenblüten ergeben gerade mal ein Kilo reines Rosenöl. Dieses schlägt dann auch mit einem stolzen Preis von 5.000 Euro pro Kilogramm zu Buche. Des Weiteren kommen Früchte zum Einsatz. Die daraus gewonnenen Düfte sind leicht flüchtig, besonders die Zitrusnoten. Aus diesem Grund eignen sich solche Essenzen als Kopfnote. Besonders in Sommerparfüms finden sich diese charakteristischen, frischen, leichten und fruchtigen Gerüche. Schwere Parfüms, meist von Männern bevorzugt, kommen nicht ohne den Einsatz von Gewürzen sowie Rinden und Harze aus. Letztere finden oft als Basisnote Verwendung.

Synthetische Inhaltsstoffe
Die Parfümindustrie nutzt immer häufiger synthetisch hergestellte Duftbausteine, um einen neues Parfüm zu kreieren. Aus chemischer Sicht sind solche Substanzen sehr stabil, sie können also von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut werden. Für Allergiker sind synthetische Inhaltsstoffe meist besser geeignet, da ihnen die allergene Wirkung von Naturstoffen fehlt.
Heute werden vor allem tierische Sekrete chemisch im Labor nachgebaut. Vier Substanzen spielen dabei eine besondere Rolle:

  • Moschus (Geschlechtssekret)
  • Ambra (Ausscheidung des Pottwals) 
  • Zibet (Markierungssekret der Zibetkatze)
  • Castoreum (bibergeil, Geschlechtssekret des Bibers)

Bei all diesen Stoffen handelt es sich um Lockstoffe, die von den Tieren eingesetzt werden, um einen Geschlechtspartner zu finden. Ambra und Moschus lassen sich synthetisch herstellen, für
Castoreum und Zibet gibt es Ersatztstoffe.

Eine Frage der Definition
Wenn Sie verwirrt sind und nicht genau wissen, ob Ihr Parfüm nun aus Blütenextrakten oder doch aus chemisch nachgebauten Stoffen hergestellt wurde, helfen wir Ihnen gerne weiter:

  • natürlich: Stoffe kommen in der Natur vor 
  • halbsynthetisch: aus natürlichen Rohstoffen gewonnen aber eventuell weiterverarbeitet
  • naturidentisch: synthetisch hergestellt, stimmen aber in allen Eigenschaften mit dem Naturstoff überein
  • synthetisch: kommen so in der Natur nicht vor, werden im Labor entwickelt

Natürlich besser als synthetisch?
Für den Parfümeur sind sowohl natürliche als auch synthetische Düfte gleich wertvoll. Wenn sie in einer neuen Kreation vermischt werden, ergibt sich ein harmonisches Ganzes, ganz egal, wie die einzelnen Duftkomponten gewonnen worden sind. Es gibt sehr preiswerte ätherische Öle und teure synthetische Duftbausteine und umgekehrt.
Der Laie kann zwischen natürlichen und synthetischen Inhaltsstoffen keinerlei Unterschied feststellen. Nur mittels einer sogenannten Head Space Analyse unter Zurhilfenahme eines Gas-Chromatographen kann die chemische Struktur entschlüsselt werden.

Ungewöhnliche Inhaltsstoffe
Neben den klassischen Ingredenzien wartet die Parfümindustrie mit immer skurilleren Substanzen auf. Neu mit dabei: Blut, Schweiß, Sperma und sogar Kot. Ein französischer Hersteller verspricht mit dieser Mischng den „Gipfel der Lust“. Ein olfaktorischer Rundumschlag dürfte das Parfum allemal sein.