Internetbedrohung durch Dialer - Wie man sich schützt

Trojaner, Viren und Co sind nicht die einzige Bedrohung, die im Internet lauert. Sogenannte Dialer können Nutzern ebenfalls das Leben schwermachen.


Dialer sind zunächst nichts bedrohliches. Diese Einwahlprogramme richten auf dem Rechner einen neuen Internetzugang ein, der dem Anwender eine komplizierte Konfiguration erspart. Mittlerweile werden Dialer auch eingesetzt, um die Verbindung zu kostenpflichtigen Nummern aufzubauen. Die Kosten bei der Einwahl mit gebührenpflichtigen Nummern werden schließlich über die Telefonrechnung abgerechnet. Auf diese Weise lassen sich mit Mehrwertdiensten auch geringe Beträge, wie Gewinnspiele, Börseninformationen oder Erotikangebote, bequem und anonym abrechnen. Wichtig ist schließlich zwischen seriösen Dialer-Anbietern und unseriösen zu unterscheiden. Seit 2003 muss in Deutschland vor der Installation eines Dialers ein ausdrückliches Einverständnis des Kunden erfolgen, indem in einem vorgesehenen Feld „OK“ eingegeben wird.

Seriöse Anbieter erkennen: Viren und Kosten vermeiden
Wer sich einen Dialer installieren möchte, sollte genau darauf achten, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Das sieht man unter anderem daran, dass auf der Anbieter-Homepage das Impressum und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorhanden und einsehbar sind. Außerdem muss der Anbieter bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) registriert sein, was man auf der Internetseite des RegTP prüfen kann. Auch der Gerichtsstand muss sich in Deutschland befinden. Die anfallenden Tarife und die Taktung muss eindeutig angegeben sein und die gesamte Verbindungszeit über angezeigt werden. Wird die Dienstleistung beendet, muss der Dialer auch die Verbindung sofort abbrechen. Außerdem beinhalten seriöse Dialer-Anbieter auch ein Deinstallationsprogramm.

Unseriöse Anbieter
Dubiose Anbieter sind an einigen Anzeichen erkennbar. Zum Beispiel sind die Kosten schwer zu finden oder unklar definiert. Ist der Dialer installiert, dann baut er selbstständig Verbindungen auf und lässt sich kaum oder gar nicht deinstallieren. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass sich Dialer ohne Wissen des Internetnutzers selbstständig auf dem Rechner installieren. Das kann man daran erkennen, wenn beispielsweise ein neues fremdes Symbol in dem Desktop oder der Taskleiste, unter rechts auf dem Desktop, auftaucht. Wenn man so etwas entdeckt, sollte das Programm sofort überprüft werden. Auch der Autostart-Ordner kann Hinweise liefern, da sich die unseriösen Dialer meist direkt nach PC-Start einwählen, wird das Programm oft in diesem Ordner gespeichert.

Wie vor Dialern schützen?
Den besten Schutz vor Dialern, die sich mit kostenpflichtigen Nummern einwählen, ist die Sperrung solcher Mehrwertnummern durch den jeweiligen Netzbetreiber. Wenn man darauf verzichtet, kann man regelmäßig den Ordner mit den DFÜ-Verbindungen (Datenfernübertragungen zwischen PC und Telefonnetz) auf neue oder unbekannte Einträge kontrollieren, sowie den Autostart-Ordner häufig einsehen. Ergänzend dazu kann man sich Dialerschutzprogramme besorgen, da eine Firewall normalerweise keinen Schutz davor bietet, dass sich unseriöse Dialern selbstständig installieren. Wenn man einen Dialer entdeckt, sollte er nicht sofort gelöscht werden. Für den Fall, dass dieser einen finanziellen Schaden angerichtet hat, muss nämlich nachgewiesen werden, dass die Installation und Einwahl illegal zustande gekommen ist. Das heißt, man sollte einen Screenshot der Seite als „Beweis“ speichern. Ein Screenshot ist eine Foto des Bildschirms, also davon, was gerade angezeigt wird. Ein Screenshot lässt sich mithilfe der Tastenkombination Strg und Druck erstellen, danach wird ein Textverarbeitungsprogramm geöffnet und das Bild eingefügt.