Die Schwangerschaft ist nicht nur emotional eine ganz besondere Zeit im Leben einer Frau, sondern auch eine Zeit, in der man gut für sich und seinen Körper sorgen sollte. Ein Thema, das auf keinen Fall tabuisiert werden sollte, ist das hygienische Verhalten und die damit verbundene Intimpflege in der Schwangerschaft. Denn mangelnde Hygiene im Intimbereich kann zu Infektionen führen, die für Mutter und Embryo gefährlich werden können.
Pilzinfektionen gefährlich für Mutter und Kind
Infektionen werden durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen. Sie können von der Vagina bis zur Gebärmutter aufsteigen und vorzeitige Wehen und einen Blasensprung auslösen und damit eine Frühgeburt einleiten. Es gibt sogar Infektionen, die beim Geburtsvorgang den Säugling infizieren, sodass er gleich zu Beginn seines Lebens mit einer Augen- oder Lungenentzündung zu kämpfen hat. Im Mutterleib selbst, ist das ungeborene Kind zunächst vor bakteriellen Infektionen oder Pilzerkrankungen (Chlamydien) der Mutter geschützt. Deshalb sollte man bei Juckreiz, Rötungen oder Entzündungen im Vaginalbereich den Frauenarzt aufsuchen. Er macht einen Abstrich und schlägt Behandlungsmethoden vor, die für Mutter und Embryo ungefährlich sind. Aber schon mit einer regelmäßigen Reinigung der Genitalien kann man verhindern, dass Pilze, Bakterien oder andere Erreger sich einnisten können.
Gesundes Scheidenmilieu erhalten
Aufgrund hormoneller Veränderungen ist die Scheide in der Schwangerschaft infektionsanfälliger als sonst. Ein wichtiger Wert, der vom Frauenarzt regelmäßig kontrolliert wird, ist der pH-Wert – also der Säuregrad – der Scheidenflüssigkeit. Er sollte im sauren Bereich bei 4,5 liegen, denn ein saures Scheidenmilieu ist ein natürlicher Schutz gegen Bakterien. Ist der pH-Wert einmal zu hoch, hilft schon ein in Naturjoghurt getränkter Tampon, den man in die Scheide einführt, dort kann er bis zu sechs Stunden verbleiben. Joghurt enthält Milchsäurebakterien, die auf natürliche Weise ein saures Milieu wieder herstellen können. Wichtig ist aber auch, sich regelmäßig im Genitalbereich zu waschen. Am besten verwendet man einfach nur Wasser oder Pflegeprodukte, die einen ausgewiesenen sauren pH-Gehalt haben oder milchsäurehaltig sind. Alkalische Seifen, Intimsprays, Dusch- und Badepräparate sollten während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, da sie die natürliche Hautflora der Scheide zerstören.
Hygieneregeln und –tipps für den Alltag
Neben einer gründlichen Reinigung sollte man stets saubere Unterwäsche tragen. Außerdem sollte man bei der Intimpflege in der Schwangerschaft besonderen Wert darauf legen, nur eigene Handtücher und Waschlappen zu benutzen. Auch sollte man sich immer von der Scheide zum After hin mit Toilettenpapier reinigen, damit keine Analkeime in die Scheide gelangen. Baumwollslips und luftdurchlässige Slipeinlagen sind generell empfehlenswerter als Produkte aus Kunstfaser. Denn Pilze und Bakterien können sich in einem warmen, feuchten "Klima" gut vermehren. Auch die Benutzung von öffentlichen Whirlpools ist nicht zu empfehlen, da das warme Wasser eine Keimvermehrung jedweder Art begünstigt. Bei wechselnden sexuellen Kontakten sind unbedingt Kondome benutzen. Denn alle Geschlechtskrankheiten, die man sich einfangen könnte, sind, zwar nicht immer lebensgefährlich, aber eine unnötige Belastung für Mutter und Kind.