Ist mein Kind homosexuell? Ein Ratgeber für Eltern

Ihr Sohn oder Ihre Tochter benehmen sich nicht so, wie Sie es von einem Mädchen oder Jungen erwarten würden? Denken Sie: Ist mein Kind homosexuell? Erfahren Sie hier das Wichtigste.


Vielleicht gehören Sie auch zu den Eltern, die Ihre Tochter oder Ihren Sohn kritisch beäugen und sich bei manchen Verhaltensweisen fragen: „Ist mein Kind homosexuell?“ Manche Eltern finden bereits in der frühesten Kindheit kleine Verdachtsmomente, wenn ein Junge ganz besonders verschmust ist, gerne Mädchenkleider ausprobiert, lieber mit Mädchen spielt und Rosa mag. Oder sie fürchten, die Tochter wird später lesbisch, weil sie sich überhaupt nicht für Puppen interessiert, manchmal wie ein Junge kleidet und am liebsten mit Jungen herumtobt? Seien Sie beruhigt und gelassen, statt sich zu fragen: „Ist mein Kind homosexuell?“ Lassen Sie Ihr Kind ausprobieren, was es möchte. Aus frühkindlichen Verhaltensweisen kann man keine spätere Homosexualität ableiten.

Probieren gehört dazu
Erst wenn Ihr Kind in die Pubertät kommt, können sich allmählich sexuelle Präferenzen entwickeln. Doch gerade in der Anfangsphase der Sexualität ist es völlig normal, auszuprobieren. Jungs fühlen sich zu Jungs hingezogen und manche Mädchen zu Mädchen. Viele erkunden dabei nur ihre Sexualität und finden heraus, was ihnen Spaß macht, wobei Mädchen meistens etwas experimentierfreudiger sind als Jungs. Natürlich gibt es Menschen, die bisexuell oder homosexuell sind. Genaue Zahlen sind kaum vorhanden, weil viele ihre sexuelle Orientierung verschweigen, doch Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich etwa zwischen fünf und zehn Prozent aller Menschen zum eigenen Geschlecht hingezogen fühlen.

Bleiben Sie gelassen, wenn Sie denken: „Ist mein Kind homosexuell?“
Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihre Tochter mehr für Mädchen und Ihr Sohn mehr für Jungs interessiert, sollten Sie gelassen bleiben. Auf keinen Fall dürfen Sie Ihrem Kind Vorwürfe machen oder Enttäuschungen äußern, nach dem Motto: „Dann bekomme ich ja später keine Enkelkinder.“ Oft handelt es sich wirklich nur um eine vorübergehende Experimentierphase. Geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, es kritischer zu beobachten. Lassen Sie ihm seinen Freiraum. Sprechen Sie Ihr Kind nicht auf den Verdacht an, sondern warten Sie, bis es von selbst auf Sie zukommt. Beschäftigen Sie sich nicht ständig mit der Frage „Ist mein Kind homosexuell?“, sondern versuchen Sie es mit Gelassenheit. Sorgen Sie stattdessen lieber für eine freie und offene Beziehung mit Ihrem Kind. Damit können Sie schon früh beginnen, indem Sie mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn über viele Dinge offen sprechen und auch erklären, dass Homosexualität etwas völlig Normales ist. Je offener Sie Ihr Kind erziehen, umso wahrscheinlicher ist, dass sich Ihr Kind Ihnen gegenüber öffnet. Aber seien Sie nicht gekränkt, wenn Sie nicht der erste Ansprechpartner sind. Die meisten Jugendlichen vertrauen sich erst Ihren Freunden an.