J1 - Die Vorsorgeuntersuchung in der Pubertät

Zu Beginn der Pubertät haben Eltern die letzte Gelegenheit ihr Kind kostenlos bei der Vorsorgeuntersuchung J1 untersuchen zu lassen.


Die Vorsorgeuntersuchung U10 oder J1 genannt, ist die letzte empfohlene Untersuchung und wird zu Beginn der Pubertät durchgeführt, was etwa zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr der Fall ist. Da dieser Zeitpunkt bei Jungen und Mädchen versetzt ist, empfiehlt man Mädchen mit 12 oder 13 Jahren und Jungen eher ab dem 13. oder 14. Lebensjahr diese Vorsorgeuntersuchung. Es ist auch keineswegs nötig, dass die Eltern ihr Kind begleiten. Meistens ist es sogar entspannender, wenn die Untersuchung und das Gespräch mit dem Arzt unter vier Augen stattfindet. Über die Ergebnisse können sich die Eltern jedoch jederzeit bei dem Arzt informieren.

Körperliche Untersuchung
Ein letztes Mal werden die Kinder bei der J1 körperlich eingehend untersucht. Wieder werden Körpergröße, Gewicht und Blutdruck gemessen. Bei familiärer Veranlagung sollte man in Erwägung ziehen auch den Cholesteringehalt bestimmen zu lassen. Das Skelett wird genau überprüft, da in diesem Alter Haltungsschäden häufig auftreten und die Skelettentwicklung beeinträchtigen. Eine falsche Haltung hat oft in einer mangelhaften Rücken- und Bauchmuskulatur ihre Ursache. Wenn nicht schon in der Pubertät therapeutische Gegenmaßnahmen ergriffen werden, sind Haltungsschäden kaum noch zu verhindern und führen auf Dauer zu schmerzhaften Rückenleiden. Schließlich werden die Geschlechtsteile auf eine gesunde Entwicklung untersucht, um den Fortschritt der Pubertät festzustellen.
Auch der Impfstatus wird erneut überprüft und fehlende Impfungen nachgeholt. So müssen zum Beispiel die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten und Polio aufgefrischt werden. Gegebenenfalls muss gegen Mumps, Masern, Röteln, Hepatitis B und Meningokokken C geimpft werden. Bei Mädchen besteht außerdem seit kurzem die Möglichkeit einer Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.

Das Gespräch mit dem Kind - ein wichtiger Teil der Untersuchung
Ein großer Teil der Vorsorgeuntersuchung besteht aus einem Gespräch zwischen dem Arzt und dem Kind. Darin versucht sich der Arzt ein Bild über den psychischen Zustand des Kindes machen, da es sich nun in einer schwierigen Lebensphase befindet und sich die steigenden gesellschaftlichen Probleme immer stärker auf die Kinder auswirken. Es werden hierbei die Situation in der Schule und die schulischen Leistungen ebenso thematisiert, wie die Familiensituation. Auch gesundheitsgefährdende Themen, wie Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen werden besprochen und das Kind wird zu seinem Konsumverhalten befragt, sowie Probleme, die typisch für die Pubertät sind, können erörtert werden. Auf diese Weise soll auch ein Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Kind entstehen.