Jagdschein machen - So geht's

Wer in Deutschland auf die Jagd gehen will, braucht laut dem seit 1936 geltenden Bundesjagdgesetz einen gültigen Jagdschein


In vielen europäischen Ländern kann die Jagd bislang noch frei ausgeübt werden. Die Entwicklung geht allerdings dahin, die Vorschriften dem deutschen Recht anzupassen.

Dem Erwerb des Jagdscheins geht die Jägerprüfung voraus für die die Bundesländer ausführliche Prüfungsordnungen erlassen haben
Um die Prüfung bestehen zu können, muss der angehende Jäger viel und lang lernen. Entsprechende Lehrgänge bieten spezielle Jagdschulen, die es fast überall gibt. Mehrere Länder schreiben vor, dass sich der angehende Jäger einem einjährigen Lehrgang oder einem Intensivkurs unterzogen hat. Im Norden der Republik wie etwa Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist es freigestellt, wie sich der Prüfling vorbereitet hat. Denn der Jäger muss nicht nur gute Schießkenntnisse vorweisen, sondern sich umfassend in Wald und Flur auskennen. Gefordert werden umfassende Kenntnisse über Tiere und deren Biologie, die Wildhege und die Vermeidung von Wildschäden. Besonders das Jagd-, Waffen- und Naturschutzrecht sind Prüfungsgegenstand.

Vor dem Jagdscheine ist eine mündliche und praktische Prüfung der Kenntnisse gesetzt

Natürlich muss der angehende Jäger ausführlich über die Waffen im Allgemeinen und das Waffenrecht im Besonderen Bescheid wissen. Auch mit Jagdhunden muss er sich auskennen. Er muss wissen, wie man das erlegte Wild behandelt und sich überhaupt im Land- und Waldbau gut zu Recht finden. Hygiene, Jagd-, Tier und Landschaftsschutz sind gleichfalls Prüfungsfächer. Dass solche Kenntnisse erworben worden sind, muss in mehreren deutschen Ländern in geeigneter Weise vor der Zulassung zur Prüfung nachgewiesen werden. In der schriftlichen Prüfung muss die Antwort meist frei formuliert werden. Es gibt aber auch Fragen, die mehrere Antworten zulassen. Im praktischen Teil gehen Prüfer und Prüflinge in Revier. Es werden Fragen gestellt, und jagdliche Situationen müssen beurteilt werden. Die Schießkenntnisse werden gesondert auf Schießständen geprüft.

Der Jagdschein wird nach der Jägerprüfung ausgestellt
Die Jägerprüfung wird in den meisten Bundesländern nur ein- oder zweimal im Jahr abgenommen. Für diese werden hohe Gebühren erhoben. Der Jagdschein ist nicht nur erforderlich, um sich zu Jagen einladen zu lassen, sondern auch, um ein Revier zu pachten. Zunehmend erwerben heute auch Frauen den Jagdschein, für den die Volljährigkeit des Prüflings gefordert wird.