Japanischer Steingarten - Meditation im Garten

Ein Japanischer Steingarten ist nicht nur schön anzusehen, er bietet auch Rückzugmöglichkeiten, um sich vom Stress des Alltags zu erholen


Bekannt sind japanische Steingärten hierzulande vor allem in Büros als Miniaturausgabe. Ein kleines Sand- oder Kieselbeet, einige dunkle Steine und ein kleiner Holzrechen versprechen Ruhe und Entspannung für die Seele ganz ohne körperliche Betätigung. Mittlerweile sind aber immer öfter auch in Parks oder Gartenlandschaften, Beispiele dieser eindrucksvollen Kunstform zu bewundern. Ein japanischer Steingarten ist ein Stück idealisierte Natur, der gänzlich ohne Wasser, Pflanzen und Bäume auskommt. Statt dessen werden Landschaften mit Sand, Kieseln und größeren Felsen nachgebildet, ein kleiner Moosansatz darf jedoch vorhanden sein. Diese Art der japanischen Gartengestaltung wird deshalb auch als Trockenlandschaftsgarten bezeichnet.

Bedeutung der Gestaltungselemente
Mit den Steinen und Felsen inmitten janpanischer Steingärten sollen Gebirge und Steinklippen symbolisiert werden. Die restliche Fläche wird vollständig von hellem Kies oder Sand bedeckt. Von den in einem solchen Garten verteilten Steinen ausgehend, wird der Steingarten mit einem Rechen mit verschiedenen Linienmustern versehen. Die Linien sollten ineinander übergehen, wobei die Anfangs- und Endpunkte miteinander verbunden werden. Mit diesen Linien soll das Wasser in den Meeren und Flüssen dargestellt werden und außerdem dienen sie der Hervorhebung der Felsen, die das dominante Element des Gartens bilden. Die Steine dürfen nicht in gerader Anzahl vorhanden sein, weil der Garten als Abbild der Natur scheinbar zufällig und nicht symmetrisch wirken soll. Fünf, sieben oder idealerweise elf Gesteinsbrocken bilden den Ausgangspunkt der Gestaltung eines japanischen Steingartens. Während kleinere Steine in Gruppen angeordnet werden, stehen Felsen allein als Gegenpol dazu. Damit folgt der japanische Steingarten dem Prinzip des Kare-san-sui der japanischen Zen-Philosophie. Das Harken oder Rechen des Gartens diente schon den Zen-Mönchen als Meditationsübung.

Japanischer Steingarten: Gestaltung
Ein japanischer Steingarten sollte nicht mit einem Blick überschaubar sein, er muss dem Auge immer neue Perspektiven und Eindrücke eröffnen. Die Kombination aus den Geist anregenden Anteilen- denkbar sind beispielsweise typisch japanische Dekorationselemente- und ruhigen Flächen ist daher essenziell.
Bereits vor dem Anlegen muss einiges beachtet werden, um ein optimales Endergebnis zu erreichen. Der Untergrund ist von allen Pflanzen- natürlich auch von Unkraut- zu befreien. Erst jetzt kann mit der Positionierung der Steine und gegebenenfalls anderer Gestaltungselemente begonnen werden. Abschließend wird die gesamte Fläche mit einer Kies– oder Sandschicht bedeckt und in Form geharkt. Übermäßiger Moosbefall kann das Ruhe und Kraft spendende Potenzial eines Steingartens zerstören. Daher sollte es regelmäßig entfernt werden. Das nötige Zubehör, beispielsweise eine Nachbildung einer Pagode, oder verschiedene Dekorationselemente können im Gartenfachhandel oder im Internet erworben werden. Nach der Vollendung des Steingartens kann und soll dieser ausgiebig betrachtet und genossen werden. Denn bereits die japanischen Zen- Mönche fanden Entspannung, indem sie die Kiesflächen harkten. Der Geist wird in einen meditativen Ruhezustand versetzt und kann die Sorgen und Ängste des Alltags loslassen.