Jenaplan Schule Anfang eines neuen Schullebens?

Auf der Jenaplan Schule lernen die Kinder im fächerübergreifenden Unterricht Dinge fürs Leben. Auch hier wird in alters-gemischten \"Stammgruppen\" gelernt, sodass jeder von jedem profitieren kann.


Auf der Suche nach einer guten Alternative zu der Regelschule tauchen heute wieder Konzepte auf, die schon vor langer Zeit in Vergessenheit geraten sind. Die Jenaplan Schule aus den 1920er Jahren ist so ein Beispiel. Die Schulform, welche von Peter Petersen begründet wurde, erlebt zur Zeit ein wahres Comeback. Immer mehr Grundschulen besinnen sich auf den Begründer und seine Lebensgemeinschaftsschule.

Die Schule

  • In der Jenaplan Schule gibt es keine Klassen sondern lediglich Stammgruppen, in denen drei Jahrgangsstufen zusammen lernen. Da die Schüler unterschiedlichen Alters sind und unterschiedlichen Wissensstand haben, kann jeder von jedem lernen. Auch dadurch, dass jedes Jahr der älteste Jahrgang ausgetauscht wird, erleben die Schüler, was es heißt die Jüngsten, die Mittleren und auch die Ältesten zu sein. In diesen drei Jahren werden die Kinder jedoch von dem gleichen Lehrer unterrichtet. 

Unterrichtseinteilung

  • Der Unterricht wird nicht in Einheiten von je 45 Minuten erteilt, sondern alle Schüler arbeiten an einem Arbeitspaket, welches eine Woche umfasst. Es gibt also keinen Stundenplan sondern einen rhythmisierten Wochenarbeitsplan. Dieser bestimmt den Kernunterricht. Die Kinder arbeiten an fachübergreifenden Projekten und lernen fürs Leben. Die Themenvorschläge kommen meist von den Schülern und werden über einen längeren Zeitraum hinweg abgearbeitet. Für den Kursunterricht, der zusätzlich zum Kernunterricht erteilt wird, wird die Stammgruppe aufgelöst. Dieser wird aber auch nach Leistungsstufen erteilt. Hier erlernen die Kinder das Schreiben und Rechnen, sowie verschiedenste Arbeitstechniken.

Die Vorteile

  • Der Lehrkörper steht den Kindern unterstützend zur Seite. Er moderiert, hilft, begleitet und geht auf die interessierten Fragen der Kindern ein. Der Lehrer achtet darauf, dass der Lernprozess in Gang kommt und auch zu Ende gebracht wird. Vom Lehrer bekommen die Kinder Lernmaterialien und -methoden vermittelt, sodass die auf Entdeckungsreise gehen und alles erforschen können. 
  • Das Beste an Jenaplan-Schulen ist für die Kinder, dass sie keine Noten kriegen. So können sie auch nicht sitzen bleiben. Anstatt von Zeugnissen bekommen die Kinder einen Bericht über ihre Lernentwicklung. Dort sind ihre Lernfortschritte, ihr soziales Verhalten und der eigene Leistungsstand dokumentiert. 
  • Für Jenaplan-Schulen steht nicht die Selbstständigkeit oder Erleben im Mittelpunkt, sondern die Gemeinschaft, um derenwillen Erziehung überhaupt stattfinden soll. Eine weitere Besonderheit dieser Schulform ist, dass auch körper- und lernbehinderte Kinder in den Unterricht integriert werden.