Eigentlich wollte man endlich ein bisschen Sonne tanken, doch die Freude über den lang ersehnten Urlaub ist oft getrübt. Bei manchen Menschen, die aus einem Flugzeug steigen, kann man ein seltsames Phänomen beobachten. Urlauber in bunten Hawaihemden, besonders solche, deren Heimat weit weg ist, sind von einer seltsamen Reisekrankheit befallen. Sie gähnen, blinzeln in die Sonne und sind allgemein schlecht drauf.
Was ist mit diesen Menschen passiert? In Medizinerkreisen wird dieses Phänomen als Jet Lag bezeichnet. Übersetzt bedeutet es „Verzögerung“ oder „Zeitunterschied“ und es tritt auf, wenn die biologische Uhr durcheinander gerät. Unser zirkadianer Rhythmus, wie der innere Zeitmesser medizinisch genannt wird, ist eine merkwürdige Einrichtung. Er sagt uns, wann wir müde sind und schlafen gehen sollten, oder es angeraten ist, etwas zu essen. Das natürliche Tageslicht ist ein Faktor, Temperatur und Luftdruck sind andere Kriterien, die unserem Körper helfen, sich zu orientieren.
Schlafprobleme am Urlaubsort nicht selten
Bei einem Flug durch mehrere Zeitzonen wechselt dieser Rhythmus ganz plötzlich, die Temperaturen und Tag- und Nachtzeiten sind anders. Unsere Uhr aber ist noch auf heimische Verhältnisse eingestellt und so verhält sich unserer Körper auch ganz wie zu Hause. Zu den häufigsten Symptomen des Jet Lag zählen Schwindelgefühle, Disorientierung oder Magenverstimmungen. Und natürlich gibt es da noch das Schlafproblem. Wenn es am Urlaubsort dunkel ist und alle Menschen schlafen, ist man selbst noch putzmunter und könnte Bäume ausreißen.
Jet Lag vorbeugen
In einschlägiger Ratgeberliteratur werden viele Tipps gegeben, wie diesem lästigen Phänomen vorgebeugt werden kann. Eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme vor, während und nach dem Flug, um eine Austrocknung des Körpers zu vermeiden, steht dabei an erster Stelle. Zusätzlich sollten sich Flugreisende während des Fluges viel bewegen, so weit das in der Economy Class überhaupt möglich ist. Dazu zählt nicht nur, möglichst oft aufzustehen und ein bisschen durch die Gänge zu gehen, sondern auch seine Glieder auf dem Platz zu schütteln und zu dehnen. So wird die Blutzirkulation angeregt und schwere, geschwollene Beine oder sogar Thrombosen vermieden.
Dem Körper Zeit zur Umstellung geben
Nach dem Flug ist eine Umstellung der Uhr auf Ortszeit ratsam. Damit die innere Uhr Gelegenheit hat, sich den Verhältnissen am Urlaubsort anzupassen, gleichen sie ihre bisherigen Schlaf- und Essgewohnheiten denen der Einheimischen an. Das vielleicht Wichtigste aber ist, sooft wie möglich an die Luft zu gehen und der Sonne Gelegenheit zu geben, den eigenen Melatoninhaushalt zu regulieren. Melatonin, in den USA auch als Tabletten erhältlich, regelt den menschlichen Wach- und Schlafrhythmus. Ein Mangel des Hormons führt zu Schlafproblemen.