Jethelme im Test

Der Unterschied zwischen Jethelm und Integralhelm kann im Ernstfall lebenswichtig werden - daher informieren Sie sich gut, wenn Sie sich einen Helm zulegen möchten.


Ein echter Halbschalenhelm, auch Jethelm genannt, ist für den klassischen Motorradfahrer unverzichtbar. In Abweichung zum Integralhelm mit Kinnpartie und Visier ist der Jethelm lediglich ein Schutz für die obere Kopfhälfte, der seitliche Aufprallschutz sowie der Kinnschutz fehlen völlig. Die Eigenschaften sowie Anwendungsbereiche sind demnach sehr unterschiedlich.

Die Jethelme und ihre Anhänger
Der erste breite öffentliche Einsatz der Jethelme fand im Film „Easy Rider“ im Jahre 1969 von Dennis Hopper statt. Auf der Suche nach Unabhängigkeit finden die Protagonisten auf ihren Bikes in diesem Road-Movie Freiheit und Abenteuer. Damit wurden die Jethelme Zeichen für Individualität, vorher waren lediglich Piloten als Träger dieser Halbschalenhelme bekannt. Anfang der 70er Jahre kamen dann die ersten Integralhelme aus den Vereinigten Staaten auf den Markt, ausgehend vom Rennsport. Von vielen Motorradanhängern als Ballonhelm belächelt, war die Akzeptanz für die Vollhelme mit Visier sehr schwer zu erlangen. Noch heute sind die oft altertümlich anmutenden Fliegermützen und Halbschalenhelme Teil des Straßenbildes und zeigen den Bedarf des Trägers nach Originalität. Ein echter Biker und ein Integralhelm passen optisch einfach schlecht zusammen, besonders wenn die Maschine bereits Kultstatus besitzt.

Gesetzliche Normen und Pflichten im Straßenverkehr
Getrieben von einem ausgeprägten Sicherheitsbedürfnis wurde in den 70er Jahren den Halbschalenhelmen ein nicht ausreichender Schutz beschieden. Insbesondere der Schutz für den Kinnbereich und der Seitenaufprallschutz können nur durch einen Integralhelm gewährleistet werden. Die gesetzlichen Regelungen forderten zuerst für den Rennsport, danach für den normalen Straßenverkehr eine einheitliche Norm, die heute durch die aktuell gültige ECE Norm 22/05 sichergestellt ist. Demnach sind neben echten Integralhelmen nur noch sehr hochwertige Jethelme den Ansprüchen gewachsen. Die Vorschriften reichen von genauester Beschreibung der Materialien und Formen über Testverfahren für Stoßdämpfungswerte und chemische Resistenzen bis zur Visiertönung. Im Prinzip muss sich bei einem Verkehrsunfall der Helm verformen, um die Krafteinwirkung komplett abzufangen. Das führt natürlich dazu, dass nach einem Unfall der Helm entsorgt werden muss. Will man als Verkehrsteilnehmer sichergehen, dass auch ohne eigenes Verschulden bei einem Unfall keine schwerwiegenden Probleme entstehen, sollte man auf Helme mit ECE-Norm zurückgreifen. Denn das Sicherheitsbedürfnis sollte über den optischen Aspekten stehen.