Kalkschulter - Operation möglich

Die Diagnose Kalkschulter wird meist zufällig bei einer Röntgen-Untersuchung entdeckt. Grund dafür ist, dass die Betroffenen erst bei einer vergrößerten Kalkablagerung in der Schulter Schmerzen verspüren


Die Kalkschulter (Tendinos calcarea/ Tendinitis calcarea) wird meist zufällig bei einer Röntgen-Untersuchung entdeckt. Da die Betroffenen erst bei einer vergrößerten Kalkablagerung in der Schulter Schmerzen verspüren oder über ein Bewegungsdefizit klagen, bleibt die Kalkschulter über einen längeren Zeitraum weitestgehend undiagnostiziert. Ein Kalk-Depot in den Sehnen tritt in der Regel ab dem 30. Lebensjahr auf.

Frauen sind häufiger betroffen
Warum allerdings Frauen häufiger von einer Kalkschulter betroffen sind als Männer ist bisher ungeklärt. Die Kalkablagerung ist vermutlich durch eine schlechte Durchblutung der Sehnen bedingt. Die Kalk-Ansammlung findet sich in den Ansätzen, vor allem im Obergrätenmuskel (Musculus supraspinatus) der Rotatorenmanschette und kann Entzündungen hervorrufen. Besonders schmerzhaft ist die Entzündung und Verklebung des zwischen Schulterdach und Rotatorenmanschette liegenden Schleimbeutels (Bursa). Durch die Entzündung vergrößern sich Schleimbeutel und Sehnenstruktur, was eine Engpass-Situation entstehen lassen kann. Die daraus entstehende Schädigung der im Subakromialraum liegenden Strukturen machen das Schultergelenk zunehmend unbeweglicher. 

Kalkschulter Behandlung
Die Kalkschulter wird mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten behandelt. Auch eine physiotherapeutische Behandlung kann den Schmerz im Schultergelenk lindern und fördert die Durchblutung. Trotzdem sollte die Kalkablagerung aus der Schulter entfernt werden, denn eine unbehandelte Kalkschulter kann im schlimmsten Fall zu einer Versteifung der Gelenke führen. Zwei Maßnahmen haben sich hier bewährt. Das extrakorporale Stoßwellenverfahren (ESWT) zertrümmert die Kalkablagerungen mit Hilfe von Ultraschallwellen. Die Überreste der zerstörten Kalk-Ansammlung wird dann vom Körper selbst aufgelöst. Bei der Stoßwellenbehandlung darf die Kalkablagerung einen Durchmesser von einem Zentimeter nicht überschritten haben und ist bei einer Schleimbeutelentzündung ungeeignet. Kommt es zu einem minimal-invasiven arthroskopischen Eingriff, wird die Sehne durch einen Schnitt geöffnet und die Kalkablagerung anschließend abgesaugt. Auch der entzündete Schleimbeutel wird entfernt, da er sich regenerieren kann. Nach dem kurzen stationären Aufenthalt ist die Bewegungsfähigkeit noch einige Wochen eingeschränkt, bis der Sehnenschnitt ausreichend verheilt ist.