Kalziumsilikatplatten anbringen: So gehts

Mit den richtigen Tipps und handwerklichem Geschick lassen sich Kalziumsilikatplatten, welche für die Innendämmung verwendet werden, auch ohne Fachmann selbst anbringen.


Bei einer schlechten Isolierung oder in schimmelanfälligen Räumen werden gern Kalziumsilikatplatten verwendet, da sie eine gute Wärmedämmung haben und schimmelhemmend wirken. Um die Kosten für die Sanierung gering zu halten, können diese selbst angebracht werden. Bevor man die Klimaplatten, wie die Kalziumsilikatplatten auch genannt werden, anbringen kann, muss der jeweilige Untergrund vorbereitet werden.

Vorbereitung des Untergrunds
Der Untergrund für diese Platten darf aus Mineralien sein und nicht aus Gips bestehen. Farb- und Tapetenreste müssen sorgfältig entfernt werden. Auch Wandüberbauungen, loser Putz und feuchtesperrende Schichten müssen beseitigt werden, da sie sonst die Kapillarleitfähigkeit unterbrechen können oder die Wasserdampfdiffusion hemmen. Ebenfalls muss geprüft werden, ob die Wand eben ist und vorhandene Unebenheiten nicht größer als zwei Millimeter betragen. Bei einem Fachwerkhaus reicht es nicht aus, wenn nur der Zwischenraum der Holzbalken, das sogenannte Gefach, ausgeglichen wird. Hier ist ein Verputzen der gesamten Wand nötig.

Bearbeitung der Klimaplatten
Die Klimaplatten können mit einer Pendelhubsäge, einer Handkreissäge oder einem Fuchsschwanz auf die passende Größe zurecht geschnitten werden. Mit einem Kantenhobel oder einer normalen Raspel werden die Schnittkanten geglättet, damit es hier zu keiner Hinterlüftung kommt und die Kapillarität der Klimaplatte voll ausgeschöpft werden kann.

Verkleidung der Wand
Optimal ist bei diesen Platten eine Verklebung mit Spezialkleber, entsprechend den Hinweisen des jeweiligen Herstellers. Keinesfalls dürfen Kleber verwendet werden, die Gips enthalten. Bei der Verklebung gibt es zwei Varianten: Die vollflächige Verklebung oder das Wulst-Punkt-Verfahren. Während bei der ersten Möglichkeit die gesamte Klimaplatte mit dem Kleber bestrichen wird, werden bei der zweiten Möglichkeit nur die Ränder mit Kleber umlaufen und zusätzlich kommen einige Klebepunkte auf die Plattenfläche selbst. Hierdurch wird eine Hinterströmung der Kalziumsilikatplatten mit Außenluft vermieden. Diese Alternative ist für minimale Unebenheiten in der Wand geeignet. Bei beiden Varianten müssen auch die Kanten mit dem Kleber versehen werden. Alternativ können die Stöße später mit dem Kleber bedeckt oder mit Kalkzementglätte ausgespachtelt werden. Für das Auftragen eignet sich ein Zahnspachtel. Wichtig ist außerdem, dass die Platten sowohl an den Untergrund, als auch aneinander fest gedrückt werden. Kreuzfugen sollten vermieden werden. Tritt Kleber aus den Fugen, muss dieser sofort entfernt werden. Frühestens 24 Stunden nach dem Verkleben wird ein Tiefengrund aufgesprüht. Erst danach darf die Endbeschichtung aufgetragen werden, zum Beispiel Kalkzementglätte oder Mineralputz. Um die Wirkung der Kalziumsilikatplatten nicht zu beeinträchtigen, darf die Oberfläche nicht mit Farben, Klebern oder Tapeten versehen werden, die diffusionshemmend wirken. Das Tapezieren mit leichten Papiertapeten und Silikatfarbe ist jedoch bedenkenlos möglich.