Kampfsport oder Kampfkunst?

Normalerweise werden die beiden Begriffe Kampfsport und Kampfkunst als Synonyme verwendet, haben jedoch eine sich ziemlich klar voneinander abgrenzende Definition.


In Fachkreisen versucht man diese Begriffe recht eindeutig voneinander zu trennen. Allerdings ist dies nicht in allen Punkten eindeutig machbar. Die Kampfkunst setzt das Beherrschen einer Kampfsportart voraus, geht jedoch weit über den sportlichen Wettbewerb hinaus und ist nicht klar reglementiert, wie der Kampfsport.

Der Kampfsport
Im Mittelpunkt steht das sportliche Kräftemessen, das festen Regeln unterworfen ist und einen bestimmten Ablauf hat. Das einzige Ziel ist es besser als der Gegner zu sein, oder zu gewinnen. Es werden normalerweise keine Waffen verwendet, höchstens spezielle Sportwaffen. Meistens findet solch ein Kampf als Zweikampf statt. Fairness und Können werden groß geschrieben. Der Gegner darf nicht dauerhaft oder schwer verletzt werden, weshalb bestimmte Techniken, Tritte oder Schläge regelwidrig und echte Waffen verboten sind. Man kann Kampfsportarten einteilen in unbewaffnete Stile, wie Boxen und Ringen, den bewaffneten Kampf, wie Fechten oder Kendo und in einen Mix aus beiden.

Die Kampfkunst
Bei der Kampfkunst liegt der Schwerpunkt auf der Kampftechnik und dem Ziel den Kampf zu gewinnen. Es geht aber nicht in erster Linie darum die Technik perfekt auszuführen, sondern sie zu nutzen, um den Kampf für sich zu entscheiden. Die Situation ist keinen sportlichen Regeln unterworfen und soll eher eine echte Gefahren- und Konfliktsituation simulieren, beziehungsweise in solchen Situationen angewandt werden. Man kämpft solange weiter und verlängert, bis einer der Gegner unterliegt oder nachgibt. Wenn einer der Kämpfer gerade führt, gibt es auch keine Unterbrechungen des Kampfes. Die Ausübung der Kampfkunst ist also einer realen Kampfsituation sehr nahe. Normalerweise sind es keine Zweikämpfe und der Einsatz von Waffen ist erlaubt. Die Schüler werden außerdem so charakterlich geschult, da es viel Disziplin, Ausdauer und Köpfchen erfordert einen solchen Kampf für sich zu entscheiden und aus ihm zu lernen. Die Kampfkunst wird daher vor allem im militärischen Bereich gelehrt und angewendet. Eingeführt wurde die Kampfkunst im asiatischen Raum angeblich von den Shaolin-Mönchen, wodurch auch viele religiöse und philosophische Einflüsse mit eingingen. Viele Kampfkunstsysteme, vor allem asiatische, verstehen sich als eine vollständige Lebensphilosophie, die sich nicht allein auf den Kampf beschränken sondern in allen Lebensbereichen präsent ist.