Kaninchen kastrieren lassen - Worauf Sie achten sollten

Um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, ist es unumgänglich, Kaninchen kastrieren zu lassen. Vor allem bei Vermischung der Geschlechter ist eine artgerechte Haltung unerlässlich. Treffen Sie deshalb schon vor dem eigentlichen operativen Eingriff ein paar wichtige Vorbereitungen.


So süß die kleinen Langohren auch sind: Wenn Sie Ihre Kaninchen nicht kastrieren, vermehren sich diese auch sprichwörtlich "wie die Karnickel". Den Besitzern tun diese in den seltensten Fällen einen Gefallen. Dabei reicht getrennte Haltung allein oft nicht aus. Unkastrierte Männchen können kaum in eine Gruppe gleichgeschlechtlicher Kaninchen integriert werden, wenn diese nicht selbst kastriert worden sind. Vor einer Operation muss also einiges beachtet werden.

Kastrationszeitraum für Männlein und Weiblein

  • Zu nahezu jederzeit können Sie ausgewachsene, männliche Kaninchen kastrieren lassen. Sie müssen lediglich sicherstellen, dass das Kaninchen gesund ist.
  • Junge Kaninchen können ca. ab der achten Woche kastriert werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Tiere noch nicht geschlechtsreif und können die ganze Zeit bei Mutter und Geschwistern bleiben. Die Gefahr unerwarteten Nachwuchs zu bekommen, ist hierbei ausgeschlossen.

Kaninchen kastrieren: Nur vom Fachmann!

  • Bei weiblichen Kaninchen reicht eine bloße Sterilisation oft nicht aus. Vor allem bei kampflustigem Verhalten müssen Kaninchen-Weibchen oft kastriert werden. Derartige Verhaltensauffälligkeiten können Symptome für innere Schmerzen der Geschlechtsorgane sein und sollten daher nicht unterschätzt werden.
  • Bei der Auswahl des betreffenden Tierarztes sollten Sie ebenfalls sehr sorgfältig vorgehen. Sehen Sie die Kastration nicht als "kleine Sache" an. Tierärzte in größeren Städten haben oft mehr Erfahrungen mit Operationen an Kleintieren als Ärzte auf dem Land.

Nachuntersuchungen und heimische Pflege

  • Nachdem Sie das Kaninchen kastrieren ließen, müssen Sie es anfangs schön warm halten. Der Kreislauf des Kaninchens ist noch sehr geschwächt und bedarf deshalb einer ordentlichen Wärmezufuhr. Halten Sie dazu am Besten eine Wärmfläsche oder ein warmes Handtuch bereit.
  • Außerdem sollte direkt nach dem Eingriff ein Einzelkäfig für das Kaninchen bereit stehen. Dieser ist im Idealfall mit Papier oder einem anderen nicht klebefähigem Material auszulegen. Hierdurch vermeiden Sie ein eventuelles Verschmutzen der Wunde.

Endlich wieder zu den anderen!

  • Sollten Sie nun vorhaben, Ihr Kaninchen kastrieren zu lassen, müssen Sie ebenfalls gewisse Nachpflegezeiträume berücksichtigen. Ungefähr eine Woche nach der Kastration kann das Kaninchen erst wieder in normalem Stroh gehalten werden. Eventuelle Nachblutungen müssen natürlich vorher behandelt werden.
  • Handelt es sich um ein Jungtier, kann dieses sofort wieder zu den anderen Tieren. Nach zwei Wochen dürfen auch erwachsene Männchen wieder mit Weibchen zusammengehalten werden.