Kapselriss – Hinweise für Betroffene

Eine Gelenkkapsel umschließt jedes Gelenk im Körper, Sie stabilisiert und schützt das Gelenk. Durch ein Trauma kann jedoch ein Kapselriss entstehen.


Jedes Gelenk im Körper wird von einer Gelenkkapsel umschlossen. Die Kapsel ist jedoch je nach Gelenk unterschiedlich dick, elastisch oder groß. Beispielsweise hat das Schultergelenk eine Kapsel die einen großen Bewegungsradius ermöglich und gleichzeitig stabilisiert. Die Gelenkkapseln der Fingergelenke sind etwas fester, da diese Gelenke keine große Beweglichkeit benötigen, mit Ausnahme des Daumengelenkes. Durch Überdehnung oder sonstige Gewalteinwirkung kann es passieren, dass die Gelenkkapsel reißt. Die Symptome eines Kapselrisses sind zum einen eine Schwellung des betroffenen Gelenkes und ein starker Schmerz. Eine Funktionseinschränkung des betroffenen Gelenkes und der Extremität gehen fast immer mit einem Kapselriss einher. Oftmals überdehnen die Kapseln jedoch nur sehr stark, denn die Membran der Kapsel ist sehr elastisch. Ist jedoch wirklich ein Kapselriss vorhanden, so kommt es auf Ausmaß und Lokalisation an, wie die Therapie gestaltet wird.

Maßnahmen
Die ersten Maßnahmen bei einem Kapselriss sind Ruhigstellung und Kühlung. Dies wirkt schmerzlindernd und verringert auch die Schwellung. Besser als Eispacks oder Eisspray hilft ein mit kaltem Wasser getränktes Tuch. So verhindert man eine Unterkühlung des Gewebes. Generell ist eine Operation bei einem Kapselriss nur dann notwendig, wenn sonst eine Instabilität des Gelenkes droht, beispielsweise bei einem Riss der Kapsel des Schultergelenkes. Fingergelenk oder Kniegelenk benötigen indes meistens keine operative Versorgung, eine radiologische Diagnostik sollte aber trotzdem erfolgen, um die Verletzung gründlich zu untersuchen. Im Anschluss wird das Gelenk ruhiggestellt, gegebenenfalls mit Bandagen oder Tapes.

Bewegungsherstellung
Eine Belastung sollte erst wieder erfolgen, wenn der Riss gut verheilt ist, jedoch sollte die Beweglichkeit erhalten werden. Dazu kann es notwendig sein, begleitende Physiotherapie zu erhalten. Gegen starke Schmerzen können Schmerzmittel verordnet werden. Nach einer operativen Versorgung ist die Belastung in der Regel für die Zeit der Wundheilung verboten. Sofern die Belastung wieder freigegeben ist sollte Muskelaufbau und Kräftigung erfolgen. Empfehlenswert ist es, die Gelenke nach einem Kapselriss bei sportlicher Betätigung mit Tapes oder Bandagen zu unterstützen. Sport sollte erst wieder nach vollständiger Ausheilung betrieben werden, da sonst das Gewebe noch nicht stabil genug ist und ein erneuter Riss der Kapsel droht.