Karrierekiller 1 – (Falsche) Bescheidenheit statt Selbstmarketing

Die Beförderung lässt trotz hoher Qualifikation auf sich warten? Falsche Bescheidenheit verhindert oftmals einen beruflichen Aufstieg.


Die graue Büromaus, die zu allem „Ja und Amen“ sagt, wird die letzte sein, der man eine Beförderung vorschlägt. Anders beim charismatischen Streber, der sich nicht zu schade ist, andere für seine Arbeit einzuspannen und großspurig von seinen Erfolgen zu erzählen. Hat der Chef die Wahl, wählt er mit Sicherheit denjenigen, der sich am besten vermarkten kann.

Mehr Leistung, weniger Gehalt

  • Frauen sind schlecht im Eigenmarketing. Obwohl sie genauso lange und hart arbeiten wie der männliche Kollege, wird man höchstwahrscheinlich ihn fördern und ihm eine Karriere ermöglichen. Am deutlichsten sieht man dieses Defizit am Gehalt. Frauen verdienen nach wie vor sehr viel weniger als Männer. Und das bei gleicher Qualifikation und Leistung.
  • Auch hier muss man leider die Frauen teilweise mitverantwortlich machen. Sie sind zu bescheiden, und wenn sie dann doch Forderungen stellen, fallen diese im Vergleich zu denen ihrer männlichen Kollegen lächerlich gering aus.
  • Generell sind Frauen auch weniger ehrgeizig, wenn es um die eigene Karriere geht. Viele Frauen sehen den Beruf nur als Zwischenstopp, bevor sie sich der Familienplanung zuwenden. Mit dieser Einstellung schaden sie auch solchen Frauen, die keine Kinder haben möchten.

Nur keine falsche Bescheidenheit: Selbstmarketing

  • Nicht nur in der Bewerbung kommt es darauf an, gezielt seine Fähigkeiten und Qualitäten ins rechte Licht zu rücken. Es geht auch im Berufsleben selbst darum, aus der großen Masse herauszustechen, um bei Beförderungen und Gehaltserhöhungen nicht übersehen zu werden.
  • Nach dem Konzept der Werbung sollten Sie nun beginnen, Marketing für die Marke „Ich“ zu betreiben. Als hilfreich erweist sich hier die AIDA-Formel. Hierbei geht es darum, beim Arbeitgeber den Wunsch zu wecken, Sie (das Produkt) haben zu wollen.
  • Damit es soweit überhaupt kommt, müssen Sie an sich und Ihrer Einstellung arbeiten. Erkennen Sie Ihre Fähigkeiten und Qualitäten, Sie haben sich bestimmte Rechte erworben, setzen Sie diese auch durch. Seien Sie selbstbewusst und fordern Sie Aufmerksamkeit für Ihre Leistungen ein.

Perfektionismus-Anspruch ablegen

  • Studien haben gezeigt, dass Frauen stärker unter Perfektionismus leiden als Männer. Dieser kann jedoch im Berufsleben hinderlich sein. Immer alles perfekt erledigen zu wollen, heißt, in jede noch so kleine Aufgabe 110 Prozent seiner Energie hineinzustecken, obwohl auch die Hälfte für ein gutes Ergebnis ausreichend wäre.
  • Psychologen empfehlen Frauen, die Erwartungen an sich selbst herunterzuschrauben, die eigene Bescheidenheit am Arbeitsplatz abzulegen. Qualitative Arbeit bedeutet nicht nur Quantität, sondern auch, Prioritäten zu setzen und Unwichtiges zu delegieren, anstatt alles selbst erledigen zu wollen.