Karrierekiller Internet - Wie öffentlich ist Ihr Privatleben?

Sie haben mit Sicherheit auch ein Profil auf StudiVZ und Co., oder? Der Karrierekiller Internet hat schon so manch peinliches Foto ans Licht gebracht...


Neuesten Umfragen zufolge nutzen etwa zwei Drittel der Deutschen das World Wide Web für berufliche Zwecke. Diese Menschen nutzen das Internet vor allem zur Informationsbeschaffung, etwa, um sich nach neuen Stellenanzeigen umzusehen oder sich über einen potenziellen Arbeitgeber zu informieren. Aber auch Nichtberufliches wird im Netz erledigt, man veröffentlicht seine Meinung in Blogs, erstellt Videos und Fotos, um diese dann in sein persönliches Profil seines Lieblings-Social-Networks einzubinden, tauscht sich mit anderen aus oder betreibt gar eine eigene Website.

Spione im Auftrag des Unternehmens

  • Etwa 30 Prozent aller Personalchefs nutzen das Internet, um mehr über den Bewerber zu erfahren. Das „Googlen“ bietet eine hervorragende Möglichkeit, sich ein Gesamtbild von dem potenziellen neuen Mitarbeiter zu machen, diese Option wird besonders für Bewerber in hochbezahlten Bereichen oder in der Medienbranche gern und häufig genutzt. Wer in den USA in der Regierung arbeiten möchte, muss sogar sämtliche Usernamen offenlegen.
  • Personaler informieren sich über die fachliche und persönliche Eignung, suchen nach bisherigen beruflichen Erfolgen und ehrenamtlichen Tätigkeiten. Natürlich kommt man bei einer intensiven Recherche nicht umhin, auch Privates zu erfahren. Zwar sagen Personalchefs aus, dass auch solche Angaben zum Gesamtbild gehören, sind sich aber auch einig, dass bestimmte Angaben dazu führen können, dass sich ein Bewerber selbst disqualifiziert. Kann man also von einem "Karrierekiller Internet" sprechen?

Karrierekiller Internet: Ein schlechtes Bild abgeben

  • Selbst wer privat kaum im Netz unterwegs ist, hat mit Sicherheit ein Profil bei StudiVZ, Facebook, Xing oder Myspace. Doch so ganz ungefährlich sind solche Seiten nicht. Neben allzu freizügigen Fotos oder eindeutigen Videos kann man seine Freunde auch per Statusmeldung darüber informieren, was man gerade macht.
  • Allzu groß ist da die Versuchung, seinen Kontakten mitzuteilen, dass man gerade völlig verkatert und gelangweilt auf Arbeit sitzt – immer in der Hoffnung auf ein wenig Verständnis. Wer sich nun noch als jemand outet, der extreme politische oder sexuelle Neigungen besitzt, wird kaum positive Eindrücke beim Personalchef hinterlassen.

Profil bewusst gestalten und virtuelle Reputation verbessern

  • Dabei sind soziale Netzwerke nicht grundsätzlich schlecht, ganz im Gegenteil. Wer ein wenig Arbeit in sein Profil investiert, kann bei potenziellen Arbeitgebern punkten. Kommunikationsexperten halten besonders Facebook und Xing für wichtige Seiten, um sich selbst zu präsentieren. Ein seriöses Foto hochgeladen, mit dem Namen versehen, ein paar prägnante Charaktereigenschaften aufgelistet – und schon dient das eigene Profil als
    lebenslange Bewerbung.
  • Mit ein wenig mehr Aufwand kann man sein Internetansehen auch gezielt verbessern, das nennt sich dann „Online Reputation Management“. Zunächst sollten Sie sich selbst googlen, um herauszufinden, was überhaupt über Sie im Umlauf ist. Denn nicht immer hat man direkten Einfluss auf das, was unter den eigenen Namen veröffentlicht wird. Beschränken Sie sich auf den deutschen Sprachraum und filtern Sie die ersten 30 Ergebnisse heraus. Haben Sie noch kein Profil auf Xing oder Facebook, sollten Sie das schleunigst ändern. Nun sollten Sie für positive Google-Ergebnisse sorgen. Schreiben Sie qualifizierte Kommentare zu Artikeln verschiedener Magazine und Zeitschriften. Tun Sie das am besten unter Ihrem eigenen Namen.
  • Auch in Zukunft sollte Ihr Internetverhalten darauf ausgelegt sein, potenzielle Arbeitgeber nicht abzuschrecken. Legen Sie Wert auf Netiquette, bewahren Sie sich Ihre Umgangsformen auch im World Wide Web. Unterlassen Sie es, vertrauliche Daten wie Krankheiten, sexuelle Präferenzen, politische Ansichten oder pornografische Inhalte zu veröffentlichen. Wenn Sie es doch wollen, dann müssen Sie passwortgeschützt sein. Auf diese Weise brauchen Sie den Karrierekiller Internet nicht mehr zu fürchten.