Es gibt einen Begriff, der in keiner aussagekräftigen und erfolgreichen Bewerbung fehlen darf: Teamfähigkeit. Diese Fähigkeit ist fast selbstverständlich auf dem heutigen Arbeitsmarkt. Bei Teamunfähigkeit sitzen die Mitarbeiter schnell wieder auf der Straße. Oder doch nicht?
Auf der Chef-Etage ist nur Platz für einen
Viele Personalverantwortliche sind allerdings der Meinung, dass Einzelgänger, die nicht viel Rücksicht auf die Anderen nehmen, erfolgreicher sind, als Team-Menschen. Sie kommen schneller ans Ziel. Doch warum, wo doch Teamgeist so gefragt ist wie noch nie? Der Grund liegt in der Bewertung der Chefs. Ein Vorgesetzter beurteilt den Einzelnen nach wie vor nach Einzelleistungen. Nicht danach wie gut er sich in eine Gruppe einfügen kann. Und ganz oben ist doch sowieso nur Platz für einen, wen interessiert da die Gruppe und Teamwork, wo doch an der Spitze eher Konkurrenzdenken herrscht?
Nicht in der Gruppe untergehen
Der Grund dieses Widerspruchs liegt in der Missinterpretation des Begriffs Teamwork. Gemeint ist nicht nur die Fähigkeit, sich gut in eine Gruppe zu fügen, kleinlaut allem zuzustimmen und vielleicht hin und wieder eine produktive Idee beizusteuern – nein. Vielmehr meint das Wort Teamwork die Fähigkeit, die Gruppe in die richtige Richtung zu leiten. Ob das nun allein oder mithilfe eines anderen passiert, ist ganz gleich. Fakt ist, ein Team ist eine heikle Angelegenheit. Gerade in der immer häufiger vorkommenden Projektarbeit und dem Wegfall großer Hierarchien, ist es schwierig, die verschiedenen Temperamente, Kulturen und Geschlechter unter einen Hut zu bekommen, um gemeinsam produktiv zu sein.
Das Team leiten und Talente fördern
Solche Gruppenarbeit ist ein hervorragender Übungsparcours für spätere, vielleicht höhere, Positionen. Denn hier lässt sich gut herausfinden, wie man eine Firma optimal zum Erfolg führen kann. Es gilt, den Selbstdarsteller zu bremsen, den kreativen Köpfen Platz für Ideen zu bieten, die Introvertierten anzufeuern und den Bedenken des Kritikers ein Ohr zu geben. All das zeichnet den teamfähigen Mitarbeiter aus, und, bewährt er sich so, wird es dem Chef oder möglichen Headhuntern nicht lange verborgen bleiben. Eine höhere Position ist dann nicht mehr in weiter Ferne. Dahingegen wird Teamunfähigkeit bei Mitarbeitern, die einen Aufstieg anstreben, auf lange Sicht zum Verhängnis.