Kastration beim Kater - muss das sein?

Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie die Kastration beim Kater durchführen.


Die operative Entfernung der Hoden, die so genannte Kastration beim Kater, sehen Tierärzte als komplikations- loses, jedoch notwendiges Mittel, um Kater und Tierhal- ter einen angenehmen Alltag zu garantieren. Die Geschlechtsreife setzt bei einem Kater mit ungefähr neun Monaten ein. Sobald dem Tier die Hormone ins Blut schießen, erfreuen nächtliche Gesänge Sie und Ihre Nachbarn und das wahrscheinlich Unangenehmste sind die Markierungen.

Vieles spricht dafür
Kater markieren ihre Jagd- und Paarungsreviere, indem sie einen Strahl stinkenden Urins an Möbeln, Wänden und Gegenständen hinterlassen. Unkastrierte Wohnungskater, die kein deckungswilliges Weibchen finden, werden launisch, aggressiv oder depressiv. Freilaufende Kater markieren nicht in der Wohnung, sondern in den umliegenden Gärten der Nachbarschaft. Sie begeben sich auf tagelange, manchmal wochenlange Wanderschaften. Wenn sie zurückkommen, haben sie Kämpfe mit anderen Katern hinter sich, die im besten Falle nur mit zerfetzten Ohren enden. Sie können Parasiten und auf den Menschen übertragbare Krankheiten nach Hause bringen. Unkastrierte Kater haben zudem eine um durchschnittlich mehr als fünf Jahre kürzere Lebenserwartung.

Alternativen zur Kastration beim Kater
Wenn Sie davor zurückschrecken, eine Kastration beim Kater durchführen zu lassen, können Sie eine Sterilisation in Erwägung ziehen. Dabei werden lediglich die Samenleiter durchtrennt. Eine Sterilisation macht einen Kater zeugungsunfähig, jedoch befreit er nicht von den unangenehmen Begleiterscheinungen des Geschlechtstriebes. Eine andere Möglichkeit ist die Verabreichung von Hormonen, die allerdings zu Lasten des Tieres geht. Hormonpräparate bedeuten ein Gesundheitsrisiko (Gewichtszunahme, Krebs, Katzendiabetes), außerdem zeigt eine Hormongabe nicht immer das gewünschte Resultat, viele Tiere reagieren kaum darauf.

Ablauf der Kastration
Sobald Ihr Kater Anzeichen der Geschlechtsreife zeigt, sollten Sie mit ihm zum Tierarzt gehen. Die Kastration beim Kater läuft einfach und schnell ab. Zuerst wird eine Narkose verabreicht, dann werden die Hoden rasiert. Mit einem kleinen Schnitt wird der Hodensack geöffnet, die Hoden werden am Samenleiter herausgezogen, abgebunden und abgeschnitten. Die Samenleiter gleiten dann wieder von selbst in den Hodensack zurück. Eine Naht ist nicht einmal nötig, der Schnitt ist winzig klein. Nach der Kastration beim Kater schwindet der Sexualtrieb des Tieres mehr und mehr, nach Ablauf von ungefähr drei Wochen ist es vorbei.