Kaufsucht: Wenn Shopping zum Lebensinhalt wird

Wer shoppen mag, der unterliegt keiner Kaufsucht. Wird das Einkaufen jedoch zum Lebensinhalt, sollte man die Notbremse ziehen.


Sie können von Shopping nie bekommen und erfreuen sich an den vielen Tüten, die Sie mit nachhause nehmen? Keine Angst, kaufsüchtig sind Sie deswegen noch lange nicht! Erst wenn Sie zum anfallartigen Kaufen neigen und Sie sich nur dann zufrieden fühlen, wenn Sie kaufen können, sich aber nicht über die neuen Produkte freuen können, sollten Sie sich Sorgen machen.

Typisch weibliche Sucht
Einer Studie aus dem Jahr 2001 zufolge sind etwa sieben Prozent der deutschen Erwachsenen kaufsuchtgefährdet. Es handelt sich dabei um ein eher weibliches Problem: 66 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Kaufsüchtige findet man in allen Altersgruppen, genau wie in allen Einkommens- oder Bildungsschichten. Meist spezialisieren sich die Betroffenen auf bestimmte Produkte oder bestimmte Läden, zum Beispiel Katalogbestellung oder nur teure Modeboutiquen.

Woher kommt die Sucht?
Die Ursache für Kaufsucht ist in den meisten Fällen ein geringes Selbstwertgefühl. Dies wird durch den Konsum von teuren oder einfach besonders vielen Gütern kompenisert. Der Betroffene hat so das Gefühl, zumindest kurzzeitig seine Probleme im Griff zu haben. Das Kaufen wirkt beruhigend und hilft dabei, Ängste zu unterdrücken oder Glücksgefühle auszulösen und so eine innere Leere zu füllen, durch das Kaufen kann man dem Alltag entfliehen.

Wann Sie sich Sorgen machen müssen...
Natürlich gibt es keinen klaren Übergang von exzessivem Kaufverhalten zu Kaufsucht. Dennoch kann man Kaufsucht an einigen Symptomen erkennen. Kaufsüchige kaufen nicht, weil sie sich über die erworbenen Gegenstände freuen können, sondern um ein Hochgefühl zu erleben. Es werden Gegenstände gekauft, die man nicht braucht, oft werden diese sogar nicht einmal ausgepackt. Die Befriedigung wird nur über das Kaufen erlangt, nicht über das Besitzen. Meist folgt dann auf das Hochgefühl das schlechte Gewissen. Um das zu kompensieren, um also wieder ein Hochgefühl zu erleben, muss der Betroffene schnell wieder konsumieren. Der Akt des Kaufens hat also die gleiche Wirkung wie Drogen.
Oft erfolgt auch eine Dosissteigerung: Der Wunsch nach immer teureren oder immer emhr Produkten kann entstehen. Die eigenen finanziellen Verhältnisse spielen keine Rolle, es wird über die Verhältnisse gelebt.
Eine Sucht ist dann gegeben, wenn der Betroffene unter Kontrollverlust leidet und nicht in der Lage ist, nichts zu kaufen, also Entzugserscheinungen auftreten.

Was tun?
Die Kaufsucht beeinträchtigt das Leben, sie wirkt nur sehr kurz als Beruhigungs- und Befriedigungsmittel. Neben der akuten Gefahr der Verschuldung, leidet der Süchtige meist an Depressionen und Schuldgefühlen, seine Sucht führt ihn meist in eine soziale Isolation.
Um die Sucht zu überwinden, ist die erste Anlaufstelle eine Suchtberatungsstelle. Auch eine Psychotherapie kann nützlich sein.