Kein Sex mehr: Wenn Erotik der Langeweile weicht

Kein Sex mehr? Kommt es zur Sexunlust in einer Beziehung, hilft nur noch, offen über das Problem zu reden. Versuchen Sie, Ihren Partner von einer neuen Seite zu entdecken.


Es ist das wohl verbreitetste Problem, das fast alle Paare, zumindest irgendwann einmal, gemeinsam haben: Sexunlust. Gleichzeitig wird es ebenso nach außen als auch innerhalb der Beziehung totgeschwiegen. Das Interesse an Sex nimmt mit der Dauer einer Beziehung immer mehr ab, das ist völlig normal, wenn man an diesem Teil der Beziehung nicht mehr arbeitet. Mit der Zeit ist der Partner und Sex mit ihm oder ihr so vertraut, das der Reiz einfach fehlt. Es tritt häufig eine Langeweile in einer sonst harmonischen Beziehung ein. Manche akzeptieren diese Entwicklung als unausweichlich, doch das ist Unsinn, da man mit etwas Interesse und Beziehungsarbeit wieder neuen Reiz und Frische ins Sexleben bringen kann. Kein Sex mehr gehört dann der Vergangenheit an.

Da hilft nur reden

  • Wer sich nun an Tipps wie den Kauf schicker Reizwäsche erinnert, muss sich nicht wundern, dass das auf Dauer nicht reicht, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Wie bei fast allen Problemen in Beziehungsdingen sollte man zuerst das Gespräch mit dem Partner suchen.
  • Wenn man den Standpunkt und die Gefühle des anderen zu diesem Thema kennt, lässt sich viel leichter nach einer Lösung suchen, vor allem dann, wenn man zunächst gemeinsam nach einer Ursache für die Langeweile geforscht hat. Man sollte nicht nur den anderen nach dem Grund für die Unlust fragen, sondern auch über sich selber nachdenken.
  • In vielen Fällen sind es typischerweise die äußeren Umstände, wie die stressige Organisation von Haushalt, Arbeit und Kinder. Es können auch ungeklärte Streitthemen von früher sein, die einander hemmen.

Sich bewusst für den anderen interessieren

  • Kein Sex mehr in einer längeren Partnerschaft oder Ehe geht häufig mit einem generellen Interessenverlust für den anderen einher. Man kennt den Alltag des Partners in und auswendig, erlebt ihn oder sie jeden Tag und kennt all die Macken und Verhaltensweisen. Man hat, vielleicht unbewusst, das Gefühl, da ist nichts „Neues“ mehr zu holen und lebt mehr oder weniger nebeneinander her.
  • Das vertraute Gefühl ist einerseits etwas sehr Schönes, doch können Sie sich daran erinnern, wie aufregend das Fremde am Anfang der Beziehung war? Im Alltag vergisst man oft, dass sich jeder über die Zeit auch weiterentwickelt, nur merken wir vieles davon nicht. Wie käme sonst das Phänomen des „Auseinander-Lebens“ zustande?
  • Wenn man wieder beginnt, dem Partner bewusst und nicht mit halbem Ohr zuzuhören oder einander auch einmal in fremden Situationen und Umgebungen zu treffen und zu erleben, kann man so manche neue Seite am anderen entdecken und die Lust aufeinander neu wecken. Dazu gehört auch, sich füreinander Zeit zu nehmen, die nicht mit Gesprächen über den Alltag und mit gemeinsamen Fernsehabenden gefüllt wird.