Orthopädie bedeutet wörtlich „aufrecht erziehen“. Im Fall der Kieferorthopädie geht es daher darum, das Gebiss dazu anzuhalten, regelgerecht – also gerade – zu wachsen. Es umfasst den Bereich der Zahnmedizin, der sich den Fehlstellungen von Kiefer und Zähnen widmet. Besonders bei Kindern und Jugendlichen kommt häufig eine Behandlung in Frage. Statistisch gesehen haben mehr als die Hälfe aller Menschen dieser Altersklasse eine Korrektur des Kauapparates erfahren. Die Mittel, die dazu zum Einsatz kommen, sind vor allem festsitzende oder herausnehmbare Spangen und andere Gerätschaften, die von außen auf den Zahn einwirken. Nur in gravierenden Fällen muss kieferchirurgisch, also durch eine Operation, eingegriffen werden. Wichtig für die Therapie ist, dass man mit ihr weder zu früh noch zu spät beginnt. Nur in gravierenden Einzelfällen sollte daher das Milchgebiss verändert werden. Zwischen dem 7. und dem 14. Lebensjahr erfolgt der Durchbruch der Zähne des Dauergebisses. In diesem Zeitraum können nötige Korrekturen am besten vorgenommen werden. Beginnt man zu spät damit, so lassen sich manche Zahnstellungen schwieriger abändern. Kieferorthopädische Behandlungen sind in aller Regel relativ langwierig. Der stetige Druck von außen, mit dem die Zähne wieder in Form gebracht werden sollen, benötigt seine Zeit.
Schöne Zähne: Kieferorthopädie machts möglich
Dazu wird zunächst ein Gipsabdruck vom Gebiss erstellt, das als Vorlage für ein genaues Modell des Kauapparates dient. Andere Vermessungstechniken wie Röntgenaufnahmen und Funktionsanalysen dienen ebenfalls dazu, eine Diagnose zu stellen und eine passende Zahnspange oder ähnliche Gestelle anzufertigen. Es gibt verschiedenste Anomalien, die zu behandeln sind. Dies hängt nicht nur damit zusammen, dass ein schief stehender Zahnbereich unschön aussieht. Nicht ordnungsgemäß aufeinander passende Kieferteile können mit der Zeit Schäden an Zähnen, Zahnfleisch, Atmung, Kieferknochen und später – bei Veränderung dieses Knochens – der Nackenmuskulatur verursachen. Nicht nur die Kaufunktion ist eingeschränkt. Wenn sich das Gebiss nicht mehr richtig schließen lässt, kann sich zudem die Anfälligkeit der Zähne für Karies erhöhen. Auch Erwachsene, die schöne Zähne haben möchten, können sich kieferorthopädischen Behandlungen unterziehen. Sie sind jedoch - da das Zahnwachstum abgeschlossen ist und auch der Kiefer sich stabilisiert hat – mühsamer zu bewerkstelligen.