Das Kiefergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Es dient als verbindendes Element zwischen Kiefer und dem fest sitzenden Teil des Kopfes und ist fast ständig in Bewegung. Beschwerden in dem Bereich wirken sich dabei nicht nur auf das anliegende Gebiss aus, sondern können weitere Probleme bereiten. Viele Muskeln, der Gehörgang und die Kieferhöhle grenzen hier an. Dementsprechend kann manchmal nicht genau geortet werden, wo die eigentliche Ursache des Kieferschmerzes liegt. In der Regel ist er jedoch auf eine fehlerhafte Zusammenarbeit des Gelenks mit seinen Muskeln und Sehnen zurückzuführen. Am gesündesten ist es, wenn man das Kiefergelenk gar nicht spürt. Dies ist jedoch in den seltensten Fällen gegeben. Denn der Kauapparat der meisten Menschen zeigt in irgendeiner Form Abweichungen vom Idealfall. In der Regel ist dies jedoch nicht behandlungsbedürftig. Erst wenn die Dysfunktionen Kieferschmerzen bereiten, sollte man einen Zahnarzt oder Kieferspezialisten aufsuchen.
Dies ist beispielsweise der Fall, wenn beim Öffnen des Mundes – besonders beim Essen – Kieferschmerzen auftreten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo die Ursache zu suchen ist. Vielfach ist eine Überbelastung des Gelenkes der Grund für die Beschwerden. Im Bereich des Gebisses können zu hohe oder auch tiefe Füllungen, mangelhaft angepasster Zahnersatz oder Fehlstellungen beziehungsweise Lücken im Zahnbereich verantwortlich dafür sein, dass das Kiefergelenk einseitig belastet wird. Unfälle oder eine Überdehnung des Kiefers während einer Zahnbehandlung können dieses ebenfalls schädigen. Auch psychische Ursachen sind möglich. Starker emotionaler Druck, der sich auf den Kauapparat überträgt – ausgelöst beispielsweise durch Zähneknirschen – führt mit der Zeit zu einer Veränderung des Kiefergelenks und seiner Bestandteile, die dieses in der Folge in seiner Funktionstätigkeit einschränkt. Wodurch die Schmerzen im Kiefergelenk ausgelöst werden, kann eine genaue Befragung des Betroffenen, kombiniert mit bildgebenden Verfahren ans Licht bringen. Je nach Diagnose erfolgt dann die Behandlung. Dies kann entweder eine Korrektur im Zahn- oder Kieferbereich sein oder auch Entspannungsverfahren oder Psychotherapie einschließen.