Kind adoptieren- Ausweg aus der Kinderlosigkeit

Ein Kind adoptieren, ist für viele Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch die letzte Chance auf Familienglück.


Für viele Paare ist eine Adoption der letzte Ausweg aus der Kinderlosigkeit. Wenn unzählige künstliche Befruchtungen keinen Erfolg gebracht haben, bleibt oft nur der Weg zu einer Vermittlungsagentur. In Deutschland wünschen sich viele Paare Nachwuchs und daher ist die Anzahl der Bewerber viel größer als die der Kinder, die neue Eltern suchen. Wer ein Kind adoptieren möchte, kann daher auch im Ausland suchen.

 

Auch Prominente, die bereits schon leibliche Kinder hatten, haben sich erfolgreich als neue Eltern von Adoptivkindern aus anderen Kulturkreisen bewiesen.

Wie geht man vor?
Möchte man ein Kind adoptieren, führt der Weg zunächst zu einer Vermittlungsagentur des Jugendamtes. Diese stellt den Kontakt zu den jeweiligen Behörden her. Erfüllt das Paar die allgemeinen Bedingungen für eine Adoption, wird die individuelle Eignung überprüft. Hierfür sprechen die Bewerber mit den Mitarbeitern der Behörden. Neben ausführlichen Beratungsgesprächen gehören auch Hausbesuche zu dem erforderlichen Procedere. Nachdem die Eignung herausgefunden wurde, wird ein umfassender Sozialbericht erstellt. Zwischen der ersten Kontaktaufnahme zu der Vermittlungsagentur und der Adoption eines Kindes können mitunter zwei Jahre vergehen. Seit dem Jahr 2005 sind die mit einer Adoption verbundenen Prüfverfahren gebührenpflichtig. Je nach Bundesland werden so zwischen 100 und 1200 Euro fällig.

Internationale Adoption
Bevor ein Paar sich für die Adoption eines ausländischen Kindes entscheidet, sollte es sich über einige Dinge im Klaren sein. Häufig stammen die Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen und haben zudem bereits Ablehnung und Trennungen erfahren. Die zukünftigen Eltern müssen daher in der Lage sein, verständnisvoll und sensibel mit solchen Problemen umzugehen. Neben kulturellen Unterschieden treten auch Sprachbarrieren auf. Bei der Adoption eines ausländischen Kindes sind ebenfalls bestimmte Regularien einzuhalten. Zentrale Vermittlungsagenturen sind auch hier die Anlaufstelle. In manchen Fällen übernehmen auch ausländische Agenturen Adoptionen, diese müssen aber durch die Zentralstelle autorisiert sein. Privatpersonen sind in der Regel nicht autorisiert, mit den jeweiligen Behörden in Kontakt zu treten und über die Adoption zu verhandeln. Soll das Kind bei den deutschen Eltern leben, gestaltet sich das Verfahren im Allgemeinen einfacher. Die Gebühren für eine Auslandsadoption liegendurchschnittlich zwischen 10.000 und 20.000 Euro.

Voraussetzungen
Adoptionswillige Paare müssen einige Voraussetzungen erfüllen, die das Verfahren erleichtern. Die zukünftigen Eltern sollten bereits mindestens drei Jahre zusammenleben oder verheiratet sein. Aber auch allein Stehenden wird in Einzelfällen eine Adoption gewährt. Gesundheits- und Führungszeugnis geben Auskunft über den Status der Bewerber.

Das Paar muss mindestens 25 Jahre alt sein. Bei über 40jährigen Elternteilen ist indes Eile geboten, da ältere Bewerber bei einem Adoptionsverfahren schlechter gestellt sind. Angemessene Wohnverhältnisse, aber auch emotionale Stabilität und eine gefestigte Partnerschaft gehören außerdem zu den unabdingbaren Voraussetzungen für eine Adoption. Des Weiteren sollten adoptionswillige Paare über ein hohes Maß an Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen aber auch Toleranz gegenüber anderen Lebensanschauungen verfügen. Mindestens einer der Partner sollte einer geregelten Arbeit nachgehen. Nachteilig auf den Bewerbungsprozess wirken sich beispielsweise Vorstrafen oder chronische Leiden aus.

Die neuen Eltern
Bei einer Adoption ändern sich die rechtlichen Verhältnisse zwischen Kind und leiblichen Eltern, aber auch zwischen Kind und Adoptiveltern. Das Kind verliert jegliche vorhandenen Unterhalts- und Erbansprüche gegenüber den leiblichen Eltern. Es erhält einen neuen Familiennamen, in manchen Fällen auch einen neuen Vornamen. Die Geburtsurkunde wird mit den Namen der Adoptiveltern neu aufgesetzt.

 

Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Adoption, die darüber entscheiden, wie sich der Kontakt zu den leiblichen Eltern gestaltet. Bei der anonymen Adoption wird sowohl der Familienname als auch der Wohnort den leiblichen Eltern vorbehalten. Die offene Adoption hingegen ermöglicht den persönlichen Kontakt.