Kind und Karriere: So gelingt die Work-Life-Balance

Frauen wollen beides: Kind und Karriere. Doch meist leidet ein Bereich. Das muss nicht sein. Ziel: eine ausgeglichene Work-Life-Balance.


Noch immer sind in den Führungsetagen hauptsächlich Männer anzutreffen. Zwar rücken die Frauen langsam auf, aber noch immer sind sie benachteiligt, besonders dann, wenn sie sich für Kind und Karriere entscheiden. Ziel einer arbeitenden Mutter muss es sein, nicht nur genügend Zeit für die Familie zu haben, sondern auch im Job erfolgreich zu sein. Stichwort: ausgeglichene Work-Life-Balance.

Der Begriff der Work-Life-Balance

  • Seit ein paar Jahren trifft man immer häufiger auf den Begriff „Work-Life-Balance“, nämlich immer dann, wenn von Burn-out oder Depressionen die Rede ist. Nur wenige schaffen es, Arbeit und Privatleben so miteinander zu vereinbaren, dass man sich in beiden Bereichen wohlfühlt. Immer bleibt dieses Gefühl, dass man zu wenig gearbeitet oder der Familie nicht genügend Zeit geschenkt hat. Eine ausgeglichene Balance herrscht dann vor, wenn man Spaß an der beruflichen Herausforderung hat und auch die Zeit mit der Familie als rundum erfüllend wahrgenommen wird.
  • Besonders Frauen tun sich oft schwer, ihre Fähigkeiten im Berufsleben voll und ganz einzubringen und sich gleichzeitig um Kind und Karriere zu kümmern. Wer jetzt aufgibt und nur zuhause bleibt, hat eigentlich schon verloren, denn eine Karriere ist in weite Ferne gerückt. Länger währende Arbeitslosigkeit wirkt sich vor allem auf die Gehaltsklasse und die Chancen auf den Wiedereinsteig aus.
  • Frauen, die sich drei Jahre oder länger ausschließlich um die Kinder gekümmert haben, haben meist den Anschluss verloren, denn Wissen ist ein sehr schnelllebiges Gut. Nach einer derart langen Zeit ist ein beruflicher Wiedereinstieg schwierig, eine aufstrebende Karriere fast unmöglich. Die Frau gilt als schwer vermittelbar, kann sich nur schwer auf vergangene Erfahrungen berufen. Zwar mag das Managen einer Familie positiv bewertet werden, doch fehlen das gewohnte Arbeitsumfeld, der Berufsalltag und die gewohnte Routine im Job.

Kind und Karriere: Was können Frauen tun?

  • Studien haben gezeigt, dass Frauen, die in Teilzeit arbeiten können, am glücklichsten sind. Doch leider gibt es noch immer viel zu wenige Unternehmen, die das auch ermöglichen. Flexible Arbeitszeiten, ein verständnisvoller Arbeitgeber und die Chance, sich trotz Kind im Beruf zu beweisen – das zeichnet einen familienfreundlichen Arbeitgeber aus. Ideal ist es, wenn die Firma auch über interne Kinderbetreuungsmöglichkeiten verfügt.
  • Nicht nur der Arbeitgeber ist gefordert, auch die Frau selbst muss an sich arbeiten, um zu einer ausgeglicheneren Work-Life-Balance zu gelangen. Werden Sie sich über Ihre Ziele und Wünsche bewusst. Wie, wie lange und in welchem Bereich möchten Sie arbeiten, um Ihren eigenen Ansprüchen an sich selbst gerecht zu werden? Schritt zwei bestünde in der Entwicklung eines höheren Selbstbewusstseins. Nicht nur die Leistung entscheidet über eine Beförderung. Warten Sie nicht ab, bis Sie bedacht werden, sondern sprechen Sie über Ihre Erfolge. Niemandem muss es peinlich sein, sich eine höhere – besser bezahlte – Position erarbeitet zu haben.
  • Ganz nach dem Vorbild der Männer sollten Sie sich stärkere Netzwerke erarbeiten, statt als Einzelkämpferin durch den Joballtag zu ziehen. Fordern Sie Gefälligkeiten ein und delegieren Sie, dann haben Sie auch wieder mehr Zeit für die Kinder. Auch in Ihrem Privatleben müssen Sie offener für Veränderungen sein. Anstatt alles selbst bewältigen zu wollen, suchen Sie sich Hilfe – in Form von Kindertagesstätten. Geben Sie auch alternativen Betreuungsmodellen eine Chance. Au Pairs oder Tagesmütter haben sich ebenfalls bewährt.
  • Bleiben Sie nicht jahrelang zuhause, sondern vertrauen Sie auf außerfamiliäre Angebote. Selbst wenn Sie gern Mutter und Hausfrau sind, auch im Berufsleben kann man Erfüllung finden. Nicht zuletzt sollten Sie sich – auch im Namen anderer Mütter – stärker engagieren. Ihr Arbeitgeber hat keine innerbetrieblichen Betreuungsmöglichkeiten? Machen Sie ihn darauf aufmerksam und bieten Sie Ihre Hilfe an, sodass diese vielleicht bald Realität werden.