Kinder sind keine kleinen Erwachsenen - Medikamente bei einer Erkältung

Hat Ihre Kind eine Erkältung, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, selbst Arzt zu spielen. Auch mit pflanzlichen Medikamente müssen Sie vorsichtig sein, da diese im Ernstfall gefährliche Nebenwirkungen haben können.


Noch immer sind viele Eltern der Meinung, dass Kinder im Grunde genommen kleine Erwachsene wären. Doch diese Annahme ist nicht nur falsch, sondern kann sogar äußerst gefährliche Auswirkungen für das kranke Kind haben. Organschäden oder neurologische Schäden entstehen quasi automatisch, wenn Sie selbst Doktor spielen wollen. Aus diesem Grund sollten Kinder niemals eigenmächtig therapiert werden, schon gar nicht mit Medikamenten, die bereits Ihnen geholfen haben. Fragen Sie immer den Kinderarzt, bevor Sie zum Medikament greifen, denn nur dieser kann die Dosierung an die Bedürfnisse Ihres Kindes anpassen.

Bei Fieber und Kopfschmerzen können sich Präparate mit den Wirkstoffen Paracetamol oder Ibuprofen gut auf die Beschwerden auswirken. Sie senken das Fieber und lindern die Schmerzen, die Dosierung erfolgt in Relation zum Körpergewicht. Medikamente mit dem Inhaltstoff Acetylsalicylsäure (ASS) hingegen sind für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet, da sie schwere Leberschäden auslösen können. Leidet das Kind an Schnupfen, können abschwellende Nasentropfen eingesetzt werden, jedoch nicht länger als fünf Tage. Auch Hustenmittel, die den hartnäckigen Schleim lösen, lindern die Beschwerden einer Erkältung. Von sogenannten Antitussiva – Hustenblocker – sollte nur in Ausnahmefällen Gebrauch gemacht werden, denn sie enthalten eine Substanz, die Morphin sehr ähnlich ist. Morphin besitzt ein starkes Suchtpotenzial und ist daher nur für Erwachsene eingeschränkt geeignet.
Antibiotika sind bei einer Erkältung sogar gänzlich unvernünftig, da sie nur bei bakteriellen Erkrankungen überhaupt wirken.

Auch die Naturmedizin ist bei Säuglingen und Kleinkindern nicht ohne Risiko. Besonders ätherische Öle stellen eine große Gefahr dar und sollten deshalb nicht zur Anwendung kommen. Kampfer, Menthol und Pfefferminzöl können sogar lebensgefährlich werden. Bereits wenige Tropfen, die über die Nase in den empfindlichen Organismus geraten, können zu Schleimhautreizungen, Krämpfen und Atemnot führen. Der Kehlkopf verschließt sich reflexartig und das Kind erstickt. Auch epileptische Anfälle und allergische Reaktionen der Haut sind möglich. Deshalb: Finger weg von ätherischen Ölen jeglicher Art.