Kinder und Fernsehen: Grenzen setzen

In den Medien wird das Thema Kinder und Fernsehen stark diskutiert. Wie viel dürfen die Kleinen sehen und kann Gewalt im Fernsehen zu aggressiven Kindern führen?


Für viele Menschen ist die tägliche Portion Fernsehen unentbehrlich. Auch wenn es im Medienzeitalter außerdem noch von Zeitungen, Radiosendern und Internetseiten wimmelt, bestimmt besonders die Glotze so manche Nacht. Neben den Nachrichten ziehen dabei auch fiktive Formate die Zuschauer an. Dass zu viel TV-Konsum auch negative Auswirkungen haben kann, dürfte dabei inzwischen klar sein. Gerade der Einfluss des Fernsehens auf die Psyche und die Gesundheit von Kindern wurde schon in zahlreichen Studien untersucht.

Auswirkungen des Fernsehkonsums

  • Besonders bei Kleinkindern unter drei Jahren hat das Fernsehen einen schlechten Einfluss auf spätere Fähigkeiten im Rechnen, Lesen und Verstehen, wie eine Studie der University of Washington herausfand. Auch für die Vielseher unter den Fünf- bis Elfjährigen ist ein positiver Schulabschluss unwahrscheinlicher als für die Wenigseher. 
  • Dies ergab eine Untersuchung der University of Otago. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung) können Folgen von Fernsehkonsum im Alter zwischen einem und drei Jahren sein. Anfällig seien die Kinder gerade in dem Alter, weil dann im Gehirn wichtige Wachstumsschritte passieren.

Kinder und Fernsehen: Zuviel Glotze gefährlich?

  • Zu viel Fernsehen in diesen jungen Jahren kann Kinder außerdem aggressiv machen. Wissenschaftler glauben, dass Menschen durch Vorbilder lernen. Demnach kann übermäßiger Konsum von gewaltbereiten TV-Inhalten ähnliche Handlungsmuster in den Köpfen von Kindern erzeugen. 
  • Vermutet wird auch, dass übermäßiger TV-Konsum wegen Reizüberflutungen zu Sprachproblemen führen kann. Die Untersuchung der University of Otago zeigte auch, dass Erwachsene, die in ihrer Kindheit und Jugend mehr als zwei Stunden fernsahen eher zu Übergewicht, Zigarettenkonsum und hohen Cholesterinwerten neigen.

Wieviel Fernsehen ist erlaubt?

  • Bestimmte erzieherische TV-Sendungen, wie die Sesamstraße können die intellektuellen Fähigkeiten von Kindern dabei aber auch fördern. Entwicklungspsychologen glauben jedoch, dass reale Gespräche und Bücher für die Entwicklung von Kindern in jedem Fall besser sind. 
  • Wichtig ist, dass Eltern mit ihren Kindern gemeinsam fernsehen und im Anschluss über das Gesehene reden. Der Fernseher sollte nur eingeschaltet sein, wenn eine Sendung wirklcih verfolgt wird. Es muss beachtet werden, dass gewaltbereite Filme Angst und Aggressionen hervor rufen können.

Kinder und Fernsehen: Welche Programme?

  • Bei der Programmauswahl sollte auch bedacht werden, dass Kinder unter fünf Jahren Realität und Fiktion nicht unterscheiden können. Kinder zwischen null und zwei Jahren sollten möglichst gar nicht, aber auf keinen Fall mehr als 20 Minuten täglich fernsehen. Bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren sollte die Dauer des TV-Konsums 30 Minuten nicht übersteigen. 
  • Kinder zwischen sechs und neun Jahren sollten maximal 60 Minuten und Kinder zwischen zehn und 13 Jahren nicht mehr als 90 Minuten fernsehen. Auch sollten gerade ältere Kinder keinen eigenen Fernseher in ihrem Zimmer stehen haben. Wenn Sie Ihre Kinder vor Werbesendungen und deren Auswirkungen auf das Konsumverhalten schützen möchten, empfiehlt es sich, DVDs statt der ständig unterbrochenen Spielfilme zu schauen.

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