Kinderbetreuung - Vergleich der beliebtesten Modelle

Alles rund um das Thema Kinderbetreuung. Die verschiedenen Möglichkeiten der Betreuung wie die KITA, ein Au Pair oder die Elterninitiative werden hier erklärt.


Der Alltag einer berufstätigen Mutter ist stressig. Erst ein Acht-Stunden-Tag im Büro und dann muss auch das Kind noch adäquat und geduldig versorgt werden. Gut, dass viele Mütter und Väter auf die Unterstützung liebevoller Verwandter zählen können. Doch die reicht nicht immer aus. Gerade dann nicht, wenn beide berufstätig sind. Welche Betreuungsmodelle gibt es für Eltern, die ihr Kind in guten Händen lassen möchten?

Staatliche Betreuungsmöglichkeiten
Krippen sind die erste Einrichtung, die Kinder besuchen können. Bereits im Alter von acht Wochen verbleiben die Mädchen und Jungen in der staatlichen Einrichtung. Hier wird gespielt aber auch gelernt und soziales Verhalten trainiert. Besonders im Westen Deutschlands sind Krippenplätze rar gesät. Bereits ungeborene Kinder stehen auf der Warteliste für eine Halbtags- oder Ganztagsbetreuung. Die Kindertagesstätte ist vor allem für solche Eltern geeignet, die den ganzen Tag arbeiten. Es handelt sich dabei um staatliche Einrichtungen, die nur qualifizierte Fachkräfte beschäftigen. Neben der Pflege der Kinder steht auch die Förderung und Bildung der betreuten Mädchen und Jungen an oberster Stelle. Kitas sind leider in der Regel nur bis 18 Uhr geöffnet. Auch das Schulkinderhaus ist ein neues Modell zur Kinderbetreuung. Es ist stark an den Hort, der in der ehemaligen DDR zum Standard gehörte, angelehnt. Nach der Beendigung des Grundschulunterrichts verbleiben die Kinder vor Ort und können hier ihre Hausaufgaben erledigen, Mittag- oder Abendessen oder diversen Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Neue Gesetze sollen die katastrophalen Verhältnisse im Bereich der deutschen Kinderbetreuung verbessern. Eines von ihnen ist das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), das im Januar 2005 in Kraft getreten ist. Es soll bis 2010, vor allem in den westdeutschen Bundesländern über 200.000 neue Plätze zur Kinderbetreuung schaffen. Auch sollen die Qualität und dieWahlmöglichkeiten ausgebaut werden.

Private Betreuungsmöglichkeiten
Eine gute Alternative ist daher die Tagesmutter. Diese betreut in der Regel ein bis drei Kinder in der eigenen Wohnung oder gemieteten Räumen. Bei mehr als vier Kindern benötigt sie eine Pflegeerlaubnis des Jugendamts. Die Vorteile einer solchen Betreuung sind vor allem in der Wohnortnähe zu finden. Das Kind wird individuell und sehr liebevoll umsorgt. Auch Zeitabsprachen zwischen Eltern und Tagesmutter sind eine große Hilfe für arbeitende Elternteile. Die Tagesmütter berechnen für die Stunde zwischen zwei und acht Euro. Eine Tagesmutter muss keinerlei Qualifikationen vorlegen, noch verfügt sie über eine gezielte pädagogische Ausbildung. Die Entscheidung für eine Tagesmutter ist also eine Vertrauenssache und erfordert großes Gespür für die Fähigkeiten einer solchen Person.

Au Pair aus dem Ausland
Finanziell gut gestellte Familien können sich die Unterstützung eines Au Pairs versichern lassen. Das temporäre Familienmitglied kommt aus einem anderen Land und steht der Familie für einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten zur Verfügung. Neben der Betreuung der Kinder übernimmt das Mädchen auch Hausarbeiten. Der große Vorteil einer solchen Lösung liegt in der flexiblen, wohnortgebundenen Pflege der Kinder. Der Nachwuchs profitiert in einem starken Ausmaß von den Fremdsprachenkenntnissen und kulturellen Unterschieden. Das Au Pair benötigt für die gesamte Dauer des Aufenthalts einen hellen Raum, hat Anspruch auf freie Verpflegung und einen Deutschkurs. Außerdem erhält sie ein monatliches Taschengeld von 250 Euro und die nötigen Versicherungen. Soll das zukünftige Kindermädchen aus einem nicht europäischen Land kommen, muss eine Vermittlungsagentur zur Anwerbung eingeschaltet werden. Des weiteren braucht es eine Aufenthaltsgenehmigung.

Elterninitiative
Die familienfreundlichste Alternative überhaupt sind so genannte Elterninitiativen. Solche Angebote ähneln stark den staatlichen Kindertagesstätten, sind aber stärker nach dem Bedarf der Eltern ausgerichtet. Kinder verschiedenen Alters sind in den Gruppen untergebracht, die von Fachkräften und Laien gleichermaßen betreut werden. Mindestes für drei Stunden in der Woche bringen die Eltern ihr Kind in die Einrichtung und können es auch nach Bedarf wieder zu Hause „abliefern“ lassen. Ein besonderer Service ist der „Platz sharing“ bei dem sich mehrere Kinder einen Ganztagesplatz teilen. Ist das eine Kind gegangen, nimmt das nächste seinen Platz ein. Anders als bei der herkömmlichen KITA sind die Öffnungszeiten flexibler und mehr nach den Arbeitszeiten der Eltern eingerichtet.
Initiativen dieser Art sind bereits in einigen Bundesländern zu finden, beispielsweise im hessischen Darmstadt. Leider sind derlei Angebote begrenzt und haben zu einer großen Nachfrage und langen Wartelisten geführt.