Kindererziehung: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen...

Viele Informationen und Tipps zum Thema Kindererziehung und Elternschaft: Praktisches und Nützliches rund um die Familie. Leicht verständlich und einfach erklärt. Für Eltern und Kinder gleichermaßen.


Wenn zwei Menschen, die in einer Partnerschaft zusammenleben, ihren Wunsch wahrmachen und Kinder in die Welt setzen, gehört dies zu den einschneidendsten Erlebnissen überhaupt. Eltern zu sein bedeutet eine der größten Herausforderungen im Leben. Sind die Kinder erst einmal da, lässt sich dieser Wunsch nicht mehr rückgängig machen. Einmal Eltern, immer Eltern. Man kann sich nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Klappt es nicht mit der Kindererziehung, könnten aus den lieben Kleinen womöglich gestörte Erwachsene werden.

Verantwortung für die Kinder

  • In vielen Fällen bedeutet das für die Eltern, dass sie für rund ein Vierteljahrhundert die Verantwortung für ihre Kinder tragen werden, bis diese ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben. Von entscheidender Bedeutung ist dabei, wie Eltern ihre Elternrolle verstehen. Der "richtige" Erziehungsstil ist der Schlüssel zum Erfolg, dass aus den "lieben Kleinen" mal etwas anständiges wird. 
  • Zudem ist das Familienklima innerhalb der Familie sehr wichtig, weil es dazu beiträgt, dass sich alle Familienmitglieder wohl und geborgen fühlen. Die Familie ist die Keimzelle einer Gesellschaft, aus der heraus leistungsfähige, charakterlich stabile junge Menschen hervorgehen. So jedenfalls die "graue Theorie". In diesem Zusammenhang spielt der Sozialisationsbegriff eine elementare Rolle. 

Was ist Sozialisation?

  • Sozialisation ist ein sozialwissenschaftlicher beziehungsweise soziologischer Begriff. Es geht dabei um die individuelle Entwicklung und Festigung der Persönlichkeit eines Menschen im Verlauf seines Lebens. Das geschieht einerseits durch Interaktion, das heißt durch den Austausch und den Kontakt mit anderen Menschen, aber auch in der Auseinandersetzung mit der Umwelt, an die er sich immer wird neu anpassen müssen. 
  • Dabei spielen die jeweiligen Normen, Werte, Denk- und Gefühlsmuster einer Gesellschaft, in die er hineingeboren wird, eine wichtige Rolle. Darüber hinaus beschreibt Sozialisation die sozialen Beziehungen eines Menschen, die er eingeht und die ihn prägen. Sozialisation umfasst einerseits die ungeplanten Einflüsse auf den Menschen, andererseits aber auch die geplanten Maßnahmen. 
  • Geplant werden beispielsweise die Kindererziehung in Familie und in Schule, später dann aber auch die Berufsausbildung oder das Studium. Wenn ein Mensch die Regeln, Werte, Moralvorstellungen und soziale Rollen der Gesellschaft, in der er lebt, für sich akzeptiert und verinnerlicht und sich diesen entsprechend anpassen und sich integrieren kann, spricht man von erfolgreicher Sozialisation. Sozialisation ist ein lebenslanger Prozess. 

Primäre, sekundäre und terziäre Sozialisation.

Primärsozialisation

  • Die Primärsozialisation ist, wie es das Wort schon sagt, die erste Sozialisation im Leben eines Menschen. Sie findet in den ersten Lebensjahren, vor allem in der Familie, statt. Aber auch im Austausch mit Gleichaltrigen. In dieser Lebensphase bildet sich die Identität eines Menschen heraus, durch die er sich später von anderen Menschen unterscheidet und abgrenzt, die ihn individuell und besonders macht.
  • Er erlernt in dieser Zeit bestimmte Regeln, Werte, Moralvorstellungen und Verhaltensweisen, verinnerlicht diese und bekommt gleichzeitig für sich selbst ein Bewusstsein. In der Primärsozialistation soll, um ein Bild zu nennen, ein stabiles, solides Fundament für das Leben eines Menschen gelegt werden. 

Sekundärsozialisation

  • Die Sekundärsozialisation ist der zweite Schritt im Sozialisationsprozess. Sie findet im Jugendalter statt. In dieser Zeitphase wird ein Mensch auf seine Rolle oder seine Rollen in der Gesellschaft vorbereitet. Jeder Mensch füllt in seinem Leben viele verschiedene Rollen aus, zum Beispiel Folgende: Sohn oder Tochter, Schüler, Auszubildender, Student, Freund, Ehepartner. Die Sekundärsozialisation findet vor allem in der Schule statt, aber auch in der entsprechenden Altersgruppe. Und natürlich in der Familie. 

Terziärsozialisation

  • Die Terziärsozialisation findet im Erwachsenenalter statt. Damit ist das lebenslange Lernen und Anpassen eines Menschen an seine soziale Umwelt als nicht endender Prozess gemeint. Besonders die Zeit im Berufsleben ist hier von großer Relevanz, aber auch die sozialen Beziehungen, die er eingeht und pflegt, haben einen hohen Stellenwert und erfordern ständiges, flexibles Reagieren.